Dieser Prämien-Aufschlag macht krank Wer sparen will, zahlt 27 Prozent mehr!

  • Publiziert: 06.08.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Marcel Zulauf

ZÜRICH – Im Herbst gibts ungemütliche Post von der Krankenkasse. Prämienaufschlag. Besonders hart trifft es Versicherte mit Wahlfranchise.

Wer bei der Krankenkasse sparen will, wählt eine möglichst hohe Franchise. Wer seinen Selbstbehalt auf 2000 Franken setzt, kann von Prämienrabatten profitieren. So wurden Versicherte jahrelang belohnt, wenn sie selber einen guten Teil der Kosten getragen haben.

Doch das funktioniert nicht mehr: Gemäss einer Stichprobe des Internet-Vergleichdienstes Comparis werden die Prämienaufschläge besonders für Versicherte mit Wahlfranchise nächstes Jahr äusserst happig.

Bei einem Selbstbehalt von 2000 Franken im Jahr kann der Prämienaufschlag bis 27 Prozent ausfallen! «Durch die Rabattsenkung bezahlen gerade jene Versicherten einen grossen Teil des Kostenanstiegs in Gesundheitswesen, die durch hohe Eigenverantwortung zur Kostenreduktion beigetragen haben», sagt Comparis-Chef Richard Eisler dazu.

Comparis hat von elf Krankenkassen die Prämien für 2010 vorliegen. Die Versicherungen mussten diese dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) bis Ende Juli angeben. Laut Eisler werden die Prämien je nach Wohnort aber sehr unterschiedlich ansteigen: «Einige werden fast keine Erhöhung haben, andere werden aus dem Staunen nicht mehr hinauskommen. Wenn man bisher 300 Franken zahlte, können es plötzlich 400 Franken sein.»

Aufgrund der vorliegenden Daten wird klar: Die durchschnittliche Prämienerhöhung liegt im günstigsten Fall bei 4 Prozent. Im oberen Viertel der Aufschläge werden die Versicherten aber im Schnitt mit über 23 Prozent mehr Kosten rechnen müssen.

Im Mai kündigte das BAG an, dass die Prämien im Durchschnitt um 15 Prozent steigen. Jetzt zeigt sich: Diese Zahl ist für viele Versicherte zu tief gegriffen. Die Prämienrunde im Herbst wird richtig hart.

play Nächstes Jahr kostet die Krankenkasse viel mehr. (Keystone)

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