«Wer protzen will, soll sich zehn Uhren kaufen»

  • Aktualisiert am 20.01.2012
Initiant Bastien Girod, Grünen-Nationalrat.- Christian Lanz

Harte Fragen an Bastien Girod (27), Initiant der Offroader-Initiative.

Herr Girod, warum wollen Sie den Menschen die Freude an ihren Autos vermiesen?
Bastien Girod: Schwere und gefährliche Autos sind sind nicht notwendig. Wir müssen an künftige Generationen denken: Es braucht eine Balance zwischen den Bedürfnissen des Einzelnen und jenen der Gesellschaft.

Eine Schweiz ohne Offroader rettet uns nicht vor der globalen Klimakatastrophe.
Wenn sich eines Tages alle Chinesen einen Offroader leisten können, haben wir ein echtes Problem. Die Schweiz muss der Welt vorleben, dass man Wohlstand und Umweltschutz miteinander vereinbaren kann.

Haben Sie kein Mitleid mit den Leuten, die jahrelang für ihr Traumauto gespart haben?
Unsere Initiative verlangt ja nur eine kleine Einschränkung, die eine grosse Wirkung auf die Umwelt und die Verkehrssicherheit hat. Zwei Drittel aller Automodelle wären weitherhin zugelassen; es muss nicht jeder einen 3-Liter-VW-Lupo fahren!

Sind Sie auch schon von wütenden Autofahrern bedroht worden?
Ja, aber nur selten. Klar freut sich nicht jeder über uns. Als wir Unterschriften für unsere Initiative sammelten, haben uns aber einige Geländewagenbesitzer sogar versprochen, dass sie ihren Offroader demnächst verkaufen werden.

Und wer soll in Zukunft eine Ausnahmebewilligung erhalten?
Bauern, Förster – wer immer aus beruflichen Gründen einen Offroader braucht. Prestige hingegen ist sicher kein Grund. Wer protzen will, soll sich von mir aus zehn teure Uhren kaufen, das schadet der Umwelt nicht.  

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