Wenig Versicherungen Schweizer ignorieren Erdbebengefahr

Nur sehr wenige Hausbesitzer versichern sich in der Schweiz gegen Erdbeben. Das zeigt eine neue Auswertung der Zurich Versicherung.

Die Schäden in Italien sind nach den Erdbeben von vergangener Woche massiv. Auch in der Schweiz sind solche Beben jederzeit möglich. play
Die Schäden in Italien sind nach den Erdbeben von vergangener Woche massiv. Auch in der Schweiz sind solche Beben jederzeit möglich. KEYSTONE/AP/ALESSANDRA TARANTINO

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Nachdem in der vergangenen Woche die Erdbeben in Italien für einen Schock auf der ganzen Welt sorgten, hat die Zurich Versicherung eine neue Auswertung zur Versicherung gegen Erdbebenschäden publiziert. Wie die «SonntagsZeitung» schreibt, versichern sich in der Schweiz nur sehr wenige Hausbesitzer gegen Erdbeben.

Die Spezialisten haben mehrere zehntausend Versicherungsverträge aus allen Kantonen ausgewertet. Sie berechneten dabei die Quote derjenigen Hausbesitzer, die nebst einer obligatorischen Gebäudeversicherung gleichzeitig auch noch eine Erdbebenversicherung als Zusatz abgeschlossen haben. Dies ist in der Schweiz freiwillig.

Erdbeben-Versicherungen fast nur im Wallis abgeschlossen

In kleinen Kantonen wie Appenzell, Schaffhausen, Uri und Glarus betrage die Quote der Erdbeben-Versicherungen Null oder nahezu Null, zitiert die «SonntagsZeitung» die Studie. In den meisten übrigen Kantonen seien es einige wenige Prozente. Am höchsten sei die Quote mit 31 Prozent im Wallis – in einer Region also, in der die Wahrscheinlichkeit für Erdbeben grösser ist und wo sich Bewohner noch an das schwere Beben 1946 erinnern können.

Auch die Stadt Basel gelte als gefährdet, trotzdem betrage die Quote im Stadtkanton nur gerade 16,6 Prozent. Alain Marti, Erdbebenexperte beim interkantonalen Rückversicherungsverband, beurteilt die Abdeckung in der «SonntagsZeitung» als ungenügend. «Wir haben eine grosse Versicherungslücke», sagt er.

Erdbeben auch in der Schweiz möglich

Gemäss dem Schweizerischen Erdbebendienst der ETH Zürich sind Erdbeben wie jüngst in Italien auch in der Schweiz jederzeit möglich. Experten der ETH rechnen mit möglichen Schadensummen zwischen 50 und 140 Milliarden Franken. (stj)

Publiziert am 06.11.2016 | Aktualisiert am 24.11.2016
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  • Peter  Kunz aus Biberist
    06.11.2016
    In vielen Kantonen muss die Gebäude per Gesetzt bei der kantonalen Gebäudeversicherung versichern. Viele diese kantonalen Gebäudeversicherungen bieten jedoch keine Erdbebenversicherung an. Somit ist auch das ein Problem der Politik, , in diesem Falle der Kantone, die sich schwer tut mit dem lösen von Problemen.
  • Peter  Klein , via Facebook 06.11.2016
    Ich behaupte mal, kein Volk ist so überversichert wie die Schweizer. Bei der Erdbeben- Versicherung geht es wie bei den meisten dieser Art um eine Versicherung die mit extrem vielen Auflagen versehen ist, sodass bei einem Schadenfall der Versicherungsnehmer auf den grössten Teil seiner Kosten sitzen bleibt, trotz Versicherungsschutz.
  • Ursula  Reichenbach aus Schwarzenbach
    06.11.2016
    Die Schweiz ist definitiv Paranoid.Die nächste Versicherung wird wahrscheinlich wegen Tsunamis sein! Mein einziges Erdbeben habe ich im Jahr 1968 in Bern erlebt das ohne Schaden. Das ist nur Geld an die Versicherungen gespendet.
  • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
    06.11.2016
    Versicherungen sind gut, solange sie Prämien kassieren können. Sobald es ans Zahlen geht, haben sie immer die besten Ausreden parat. Da bringe ich lieber ein bisschen Geld auf die Bank und behalte eine Notreserve.
    • Pollner  Josef 06.11.2016
      Herr Brechbühl, es gibt noch bessere Methode. Man lässt sich sein Haus nicht nur mit Sand, Humus und ein wenig minderwertigem Zement bauen. Ich wohne im Tessin und kenne das Problem. Da werden Steine wie für Trockenmauern hoch gezogen und am Ende schleudert man ein minderwertiges Gemisch zwischen die Hohlräume. Habe vor 2 Jahren zugeschaut wie eine Betondecke eingegossen wurde. Bei 37 Grad und gerüttelt wurde 6 Stunden, obschon die Decke angetrocknet war.
  • Markus  Weilenmann aus Rüschlikon
    06.11.2016
    Die im Kanton Zürich obligatorische Gebäudeversicherung versichert auch gegen Erdbeben. Allerdings ist die Deckungsgrad auf 1 Miliarde CHF pro Erdbeben begrenzt. Stellt man die heute hohen Baukosten in Rechnung, ist das wohl zu wenig.
    • Thomas  Maeder 06.11.2016
      Ja, eben, das ist gerade der Witz. Mit 1 Milliarde ist nicht mal der Hauptbahnhof in Zürich abgedeckt. AKWs haben ähnliche Schadensdeckungsgrenzen, die lächerlich tief sind.