Wegen Kurden-Konflikt Schweizer Städten droht ein Rockerkrieg

Der Konflikt zwischen Kurden und Türken könnte auch in der Schweiz zu Problemen führen. Die Osmanen Germania von Seiten der Türkei und die Strassengang Bahoz von der kurdischen Seite bedrohen sich bereits jetzt regelmässig.

Konflikt zwischen Kurden und Türken weitet sich auf Rockerszene aus play
Die Osmanen Germania, Anhänger und treue Fans des türkischen Staatschefs  Recep Tayyip Erdogan. KEYSTONE

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Die Krise in der Türkei führt auch in der Schweiz zu Streite­reien zwischen Türken und Kurden. Jetzt drohen sich die Spannungen laut der «SonntagsZeitung» in Gewalttaten zweier rivalisierender Gangs aus dem Rockermilieu zu entladen.

«Wir erwischen euch alle»

Auf der einen Seite: Die Osmanen Germania. Sie seien die am schnellsten wachsende Rockergruppierung Europas, ihre Anhänger treue Fans des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan. Oder anders ausgedrückt: Nationalistische Türken mit direkten Verbindungen in den Machtapparat von Ankara.

Auf der anderen Seite: Die Strassengang Bahoz, was auf kurdisch soviel wie «Sturm» bedeutet. Sie sehe sich als antifaschistische Kampftruppe und drohe den Schweizer Osmanen auf Facebook: «Wir erwischen euch alle, jeden einzelnen von euch!»

Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) habe in den letzten Monaten bereits erste Auseinandersetzungen registriert und warne vor einem «ernst zu nehmendem Konfliktpotenzial», schreibt die «SonntagsZeitung».

Die Anhängerschaft der Gruppen wachse schnell. Die Zürcher Ableger hätten auf Facebook jeweils mehrere Tausend Fans, die Osmanen seien mittlerweile in den Städten Zürich, Basel, St. Gallen und Schaffhausen aktiv.

Gesamthaft dürften sowohl die Erdogan-Rocker als auch die kurdischen Bahoz mehrere hundert Schweizer Anhänger haben. Im Gegensatz zu Deutschland, wo erst vor wenigen Tagen 1500 Polizisten in einer Grossrazzia Häuser und Lokale der Osmanen durchsucht haben und wo es bereits zu Anschlägen und Schiessereien kam, blieben grössere Konfrontationen hierzulande bisher aus.

Mehrere Vorfälle sorgten für Beunruhigung

Das Fedpol beobachtet die ­Szene aber mit Sorge. Sprecherin Anne-Florence Débois sagt zur SonntagsZeitung: «Uns sind mehrere Vorfälle in der Schweiz bekannt, in die beide Gruppen verwickelt waren.» Dabei handle es sich vor allem um Gewaltdelikte und Sachbeschädigungen. Auf Facebook bedrohen sich die Rocker seit Längerem gegenseitig. Die Kurden nennen die Osmanen «Faschistische Welpengruppe» und schreiben: «Wir machen euch dem Erdboden gleich.» (stj)

Publiziert am 20.11.2016 | Aktualisiert am 21.11.2016
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41 Kommentare
  • Manfred  Schnyder aus Wanzwil
    21.11.2016
    Dieses Problem ist seit Jahren bekannt, aber für viele gar kein Thema. Die neue Situation benötigt einen andere Umgang. Bandenkrieg im grossen Stil gefährdet die innere und äußere Sicherheit.
  • Dieter  Sprenger 20.11.2016
    Es muss alles getan werden, dass die Schweiz wie insbesondere Europa nicht zum Schlachtfeld von sich Gegenseitig rivalisierenden Gruppen aus anderen Kulturkreisen und Religionen verkommt. Bedenklich ist zudem wie z.Bsp. der türkische Präsident kürzlich in Deutschland und Österreich seine Anhänger gegen seine Gastgeber ungestört von den hiesigen Behörden mit Hetzreden beeinflussen konnte. Dies hat nichts mehr mir Demokratie, Toleranz und Redefreiheit zu tun, sondern mehr mit Blauäugigkeit !
  • Hans  Müller aus Bern
    20.11.2016
    Wo ist das Problem. Sollte es Probleme geben alle festnehmen (gefährtung der inneren Sicherheit) und ab in die Türkei mit ihnen. Es kehrt danach sehr schnell Ruhe ein in der Schweiz.
  • Stefan  Huser aus Kriens
    20.11.2016
    Wann wird Bern endlich reagieren? Oder braucht es einen Rechtsrutsch um diese Probleme zu lösen? Schafft die aus, egal ob sie den Schweizerpass haben oder nicht. Wehret euch den Anfängen liebe Mit-SchweizerInnen. Genug ist Genug.
  • Pascal  Rohr aus Menziken
    20.11.2016
    Die Osmanen Germania sind keine Rockergruppe, sondern ein Boxclub.