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Gestern Abend hatte sich Bundespräsident Hans-Rudolf Merz mit iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad getroffen. Eine umstrittene Begegnung. Denn Ahmadinedschad leugnet nicht nur den Holocaust, sondern lässt Frauen steinigen oder spricht Todesurteile für Minderjährige aus.
Bereits gestern hatte sich Israels Aussenminister Avigdor Lieberman entrüstet, dass eine internationale Konferenz «einen Rassisten wie Ahmadinedschad» einlade, der stets die Vernichtung Israels fordere. «Damit macht die Konferenz ihre Ziele und ihre Ausrichtung klar», kritisierte er. Lieberman empörte sich ausserdem, dass Ahmadinedschad just auch noch vor dem Holocaust-Gedenktag eingeladen werde.
Auch die israelische Presse reagierte umgehend auf das Treffen. Besonders auf das Händeschütteln von Merz und Ahmadinedschad. Es sei ein Affront, die Hand eines Antisemiten und Hasspredigers zu drücken, wurde kritisiert.
Nun handelt Israel: Es hat aus Protest gegen das gestrige Treffen seinen Botschafter in der Schweiz zu Konsultationen abberufen.
Dies berichten heute mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf offizielle israelische Stellen. Vom Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) war am Morgen keine Stellungnahme erhältlich. Bundespräsident Hans-Rudolf Merz äusserte sich jedoch im Interview mit «Radio 1»(siehe Audiofile): «Ich verstehe die Kritik, aber sie ist unberechtigt», verteidigte er die Begegnung. Die Schweiz spiele eine Rolle in einem Dialog. Und dieser sei nötig, denn der ganze mittlere Osten berge grosses Konfliktpotenzial. (SDA/spj)
Der israelische Botschafter Ilan Elgar.- Sobli