Politiker von links bis rechts einig Weg mit der Billag!

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Von Silvio Bertolami

Die Billag gehört zu den meistgehassten Firmen der Schweiz. Doch jetzt geht es der Eintreiberin der TV- und Radiogebühren an den Kragen. Politiker von links bis rechts wollen sie abschaffen.

Alle drei Monate müssen wir die Rechnung der Billag bezahlen: Fr. 42.25 für den Radio-Empfang, Fr. 73.25 fürs Fernsehen. Das Eintreiben der Gebühren lässt sich die Billag fürstlich bezahlen. Rund 55 Millionen Franken kassiert die Swisscom-Tochter für ihre Dienste.

55 Millionen zu viel, sagt SVP-Nationalrätin Natalie Rickli (32), «denn die Billag braucht es gar nicht». Also weg mit ihr! Diese Forderung findet Gabi Huber (52), Fraktionschefin der Freisinnigen im Nationalrat, «sehr prüfenswert». Sie sei tendenziell ebenfalls für die Abschaffung der Billag.

Unterstützung erhalten Rickli und Huber von Preisüberwacher Stefan Meierhans. In der gestrigen «SonntagsZeitung» sagte er: «Die rund 55 Millionen Franken sind ein Luxus, den wir uns nicht leisten müssen. Sie könnten dafür verwendet werden, die Radio- und TV-Gebühren zu senken.»

Ein Luxus war auch der Horror-Spot gegen das Schwarzsehen, den die Billag vergangenen Dezember im Schweizer Fernsehen schaltete. Kosten: gegen zwei Millionen Franken (BLICK berichtete).

SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga (48) ist ebenfalls der Ansicht, dass die Billag weg muss. Aber wer könnte das Inkasso übernehmen? Sommaruga: «Jemand, der den Kundenkontakt bereits hat und nicht eine spezielle Infrastruktur aufbauen und unterhalten muss.»

In Frage kommen beispielsweise die Elektrizitätswerke, die Post oder die Steuerbehörden. Dass diese keine Schnüffler haben wie die Billag, ist für Sommaruga kein Problem: «Das Schnüffeln funktioniert sowieso nicht richtig.»

CVP-Ständerat Peter Bieri ist dagegen, dass die Steuerbehörden die Aufgaben der Billag übernehmen: «Steuern und Gebühren muss man sauber trennen.» Der Präsident der zuständigen Ständerats-Kommission hat aber nichts gegen die Post oder die Elektrizitätswerke: «Der Günstigste, Effizienteste soll es machen.»

Um wie viel könnten eigentlich die Radio- und TV-Gebühren sinken, wenn die Billag ausgebootet wird? 55 Millionen Franken – das sind gegen 20 Franken pro Haushalt und Jahr. Oder fast vier Prozent der Radio- und Fernseh-Gebühren. Ganz gratis wird das Inkasso allerdings niemand machen.

Was halten Sie von der Forderung, die Billag abzuschaffen?

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