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Ein Experte will die militärische Führung der Armee direkt dem Verteidigungsminister unterstellen. «Wir brauchen keinen Friedensgeneral», sagt der Militärpublizist und frühere Oberst Heinrich Wirz in einem Interview mit der «Neuen Luzerner Zeitung».
Eine Milizarmee sollte man politisch führen und nicht rein militärisch. Die Leute im Militär und im Zivilschutz seien heute viel zu weit von ihrem Armeechef entfernt.
Es brauche flachere Hierarchien, meint Wirz. Unter dem Verteidigungsminister ständen im Falle einer Neuorganisation die Chefs des Generalstabes, der Ausbildung, des Heeres, der Luftwaffe, der Logistik und der Rüstung.
Damit hätte der Verteidigungsminister bereits auf der nächst unteren Hierarchiestufe direkten Kontakt zu den Verbänden und den Soldaten. Wirz zweifelt allerdings daran, dass Samuel Schmid der richtige Mann für die Rolle Armeechef/Verteidigungsminster sei. Es brauche für die Neuorganisation einen Wechsel an der VBS-Spitze.
Lasse man die Geschicke der Armee weiterhin in den Händen eines militärischen Armeechefs, laufe man grosse Gefahr, schon bald in die nächste Krise zu schlittern, ist Wirz überzeugt. Ein Armeechef könne seine Arbeit im Sandwich zwischen politischer Führung und Armee gar nicht erfolgreich ausüben.
Zur Armee kommt es in der Herbstsession wohl zu einer dringlichen Debatte. Die Grünen erhalten Unterstüzung für diese Forderung von der SVP und der SP. Die SVP wird laut Fraktionschef Caspar Baader die Abschaffung des Armeechef-Postens fordern.
«Der zuständige Bundesrat muss die Armee wieder direkter führen», sagte Baader heute. Statt eines Armeechefs fordert er die Rückkehr zu einem Generalstabschef.
Über den Antrag für eine dringliche Debatte entscheidet das Büro des Nationalrates. Dieses tagt zum ersten Mal nach der Sommerpause am 20. und 21. August. (SDA)