Zoff am WEF: Endlich läuft was!

DAVOS – Gestern Abend gings am WEF hoch her: Politiker aus der Türkei und Israel zeigen, dass sie auf diplomatische Töne spucken. Echt erfrischend oder total daneben? Was meinen Sie?

  • Publiziert: 30.01.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

Für den Otto Normalverbraucher sind die Diskussionsforen am WEF meist öde Kost. Aber gestern war alles anders. Zum brisanten Thema «Gibt es eine Lösung für den Nahen Osten?» zofften sich der türkische Ministerpräsident Recep Erdogan und der israelische Präsident Shimon Peres. Als Schiedsrichter versuchte WEF-Gründer Klaus Schwab die Wogen zu glätten.

Als Erdogan auf die Rede von Peres antworten wollte, unterbrach ihn der Moderator – und verwies auf knurrende Mägen und das Abendessen. Erdogan konnte nicht mehr sagen, was er sagen wollte. Er verliess die Versammlung wutentbrannt.

Auch wenn sich die Wogen mittlerweile einigermassen geglättet haben: Selten hat man in Davos eine so emotionale Diskussion gesehen. Für einmal sprachen Politiker Klartext, liessen ihre diplomatische Maske fallen, sprachen sich direkt an, liessen den Übersetzer links sitzen. (gux/bih)

Was halten Sie vom Eklat in Davos? War es eine erfrischende Demonstration, dass Politiker auch anders können? Oder ziemt es sich einfach nicht für Staatschefs, in der Öffentlichkeit so emotional zu werden? Schreiben Sie uns!

Nix mit Entschuldigung

JERUSALEM – Der israelische Präsident Schimon Peres hat sich beim türkischen Ministerpräsident Recep Tayyip nicht für den Eklat beim WEF in Davos entschuldigt. Eine Sprecher von Peres dementierte entsprechende türkische Berichte. Peres habe Erdogan zwar nach dem emotionalen Vorfall am WEF angerufen, bestätigte der Sprecher des israelischen Präsidenten, Ayelet Frish. Die beiden hätten eine «freundschaftliche Unterhaltung» geführt. Er wies aber kategorisch zurück, dass sich Peres entschuldigt habe. Zuvor hatte die türkische Nachrichtenagentur Anatolien eine solche Meldung verbreitet.

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