Da verstehen wir nur noch chinesisch! Zensur in Davos wegen China!

DAVOS – In Bern verhaftete man wegen ihm Demonstranten, in Davos müssen Läden ihre Auslagen anpassen. Es ist stossend, wie die offizielle Schweiz vor dem chinesischen Premierminister Wen Jiabao den Bückling macht.

  • Publiziert: 29.01.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
play Premier Jiabao gestern bei seiner Ankunft am Bahnhof Davos. (AP/Keystone/Reuters)

Der chinesischen Premierminister Wen Jiabao soll auch in Davos keinesfalls mit dem Thema Tibet konfrontiert werden. Dafür geht die Kantonspolizei Graubünden weit: Wackere Beamte haben in einem Geschenk-Laden eine tibetische Flagge beschlagnahmt!

Geschäftsführerin Margrit Merz sagte gegenüber dem Regionaljournal Ostschweiz von Schweizer Radio DRS, sie sei gestern vor Öffnung ihres Geschäfts von der Polizei aufgefordert worden, Schriften des Dalai Lama, tibetische Gebetsbücher und eben die Flagge aus dem Schaufenster zu entfernen.

Merz tat wie geheissen. Sie hatte auch keine Wahl. Denn die Beamten machten ihr klar, dass sie die Waren beschlagnahmen würden, sollte sie der Aufforderung nicht nachkommen! Später intervenierte sie jedoch bei der Polizei und erreichte nach längerem Hin und Her, dass sie die Bücher wieder ins Schaufenster stellen durfte. Die Flagge des Anstosses hingegen musste verborgen bleiben.

Der Sprecher des WEF-Ausschusses der Bündner Regierung, André Kraske, erklärt dazu, die Davoser Regierung habe eine Demonstration von Tibetern mit der klaren Auflage bewilligt, dass die Kundgebung nur am Bahnhof Davos-Platz stattfinden dürfe.

«Dann kann es natürlich nicht sein, dass Leute an einem anderen Ort so etwas wie eine Demonstration machen», begründet Kraske das fragwürdige Vorgehen der Ordnungshüter.

Catherine Weber, Geschäftsführerin der Demokratischen Juristinnen und Juristen der Schweiz, ist empört: «Für ein solches Vorgehen auf privatem Grund fehlt jede rechtliche Grundlage.» Die Aktion der Kantonspolizei sei zudem «völlig unverhältnismässig» gewesen, sagte Weber. (SDA/zum/gux)

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