Wef im Parallel-Universum

  • Publiziert: 25.01.2007, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Marcel Zulauf und Pascal Zuber

ZÜRICH – Web 2.0 ist auch am WEF ein Thema. Dass es nicht nur leere Worte sind, beweist WEF-Gründer Klaus Schwab gleich selbst. Im Interview in der virtuellen Welt von «Second Life».

Als Klaus Schwab (69) das Treffen der Wirtschafts- und Polit-Elite eröffnete, wurde dies auf allen Kanälen übertragen: Im Fernsehen, als Webcast und sogar in der Kunstwelt von «Second Life».

Erstmals ist in diesem Jahr der virtuelle Reporter Adam Reuters in Davos und befragt Schwab und weitere WEF-Teilnehmer für die Nachrichten der Parallelwelt im Internet.

Dass Schwabs Avatar (siehe Box) in «Second Life» auf Sendung geht, ist typisch für Web 2.0. Hinter diesem Begriff stecken die jüngsten Entwicklungen des «Mitmach»-Internets. Jeder kann selber Beiträge ins Web stellen. Aus Konsumenten werden Produzenten. Mit Blog oder Community-Seiten wie MySpace hats angefangen – mit echten Nachrichten in einer künstlichen Welt gehts weiter.

Jetzt können Internet-Nutzer auf der ganzen Welt hautnah bei den Mächtigen und Berühmten sein. Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton machts mit ihren Video-Chats vor (im BLICK). Klaus Schwab, Easyjet-Boss Stelios Haji-Ioannou, der Musiker Peter Gabriel und andere folgen: im virtuellen News-Studio von «Second Life».

Stichwort

«Second Life», von Insidern kurz «SL» genannt, ist eine internetbasierte virtuelle 3D-Welt. In ihr interagieren so genannte Avatare, Stellvertreterfiguren der User.

Im Oktober 2006, rund drei Jahre nach Projektstart, zählte man weltweit eine Million Bewohner. Bereits zwei Monate später waren es doppelt so viel.

Die Besonderheit von «Second Life» liegt zum einen an der virtuellen Währung «Linden Dollars», die sich in echte US-Dollar ummünzen lässt. Zum anderen am stetig wachsenden wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Netzwerk, das dem Namen «Second Life» immer mehr gerecht wird. Immobilienhandel, Live-Konzerte oder Vorlesungen sind nur einige Beispiele für die Möglichkeiten in der virtuellen Parallelwelt.
play Fünf Stunden vor der Diskussion mit Arianne Huffington sitzen schon die ersten Zuhörer im virtuellen Auditorium.

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