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Hans-Rudolf Merz (links) und Wladimir Putin warben für ein Gleichgewicht zwischen staatlichen Eingriffen und Marktmechanismen. (AP)
Bundespräsident Hans-Rudolf Merz ermunterte die Teilnehmer des Wirtschaftsgipfels zum Auftakt zu einer «neuen Wertediskussion». Wachstum müsse durch Nachhaltigkeit und Qualität unterlegt sein. Forumsgründer Klaus Schwab drückte seine Hoffnung auf, Davos möge ein «Sanatorium für die Wirtschaft» sein.
Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin stellte in der offiziellen Eröffnungsansprache fest, die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise habe sich in ungeahntem Rekordtempo verbreitet und längst alle Länder erfasst. Eine Kurskorrektur sei vonnöten, dabei sei aber ein gemeinsames Vorgehen von zentraler Bedeutung.
Alle im gleichen Boot
Eine Flucht in Isolationismus und Protektionismus wäre verhängnisvoll, mahnte Putin. «Wir sitzen alle im selben Boot.» Der russische Regierungschef warb – wie zuvor Merz – für ein Gleichgewicht zwischen staatlichen Eingriffen und den Marktmechanismen.
Putin sprach sich zudem für eine Stärkung der Realwirtschaft und für eine Bändigung der virtuellen Ökonomie der Finanzmärkte aus. Die künftige Weltwirtschaft müsse «eine Wirtschaft der reellen Werte» sein, und sie müsse allen Ländern den Zugang zu den lebenswichtigen Ressourcen gewährleisten.
Debatten und Proteste
Mehr als 40 Staats- und Regierungschefs werden zum diesjährigen WEF im Bündner Kurort erwartet, zudem so viele Wirtschaftsführer wie noch nie. Insgesamt wollen mehr als 2500 Menschen aus fast 100 Ländern bis Sonntag erörtern, wie man «die Welt nach der Krise gestalten» könnte.
Der Anlass stösst auch dieses Jahr auf vehemente Kritik. WEF-Gegner planen Kundgebungen in mehreren Städten. Bereits heute riefen rund 200 Tibeter in Davos den chinesischen Premier Wen Jiabao zu einer Kursänderung in der Tibet-Politik auf.
«Brandstifter als Feuerwehrleute»
Heftige Kritik am WEF gab es auch an der traditionellen Gegenveranstaltung «Public Eye on Davos». Der frühere CDU-Spitzenpolitiker Heiner Geissler kritisierte, Putins Auftritt an der Eröffnungsveranstaltung zeuge von der «miserablen moralischen Kompetenz dieses Anlasses».
Auch Cécile Bühlmann, Präsidentin des Stiftungsrates von Greenpeace Schweiz, attackierte das Davoser Treffen: Ihrer Ansicht nach sitzen am WEF die «Brandstifter zusammen und tun so, als ob sie die Feuerwehr wären». (SDA)
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