DAVOS – Die Boni bei der UBS sind auch am WEF heiss umstritten: Nationalbank-Präsident Roth verteidigte sie – und erntete scharfe Kritik.
Soll die
UBS trotz Staatshilfe in Milliardenhöhe ihren Mitarbeitern Boni auszahlen dürfen? Diese Frage erregt auch in
Davos die Gemüter.Pro … Wenn mit den Boni effektive Leistungen belohnt würden, seien diese Zahlungen durchaus gerechtfertigt. Das sagte der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Jean-Pierre Roth heute. Begründung: «Bei der UBS gibt es schliesslich auch Sparten, die erfolgreich gearbeitet haben. Und diese Mitarbeiter haben eine Belohnung verdient.» … und kontra Boni würden falsche Anreize setzen, sagte demgegenüber Rudolf Strahm, alt
Nationalrat und ehemaliger
Preisüberwacher. Und das fand auch Peter Ulrich, Professor am Institut für Wirtschaftsethik an der Universität St. Gallen: «Die Boni sind dreifach falsch.» Erstens, weil das Image «der UBS nun gewaltig geschädigt» sei. Weiter seien sie ein «Symptom der alten Mentalität». Hier gehe es nur um maximale Gewinne und Löhne. Drittens habe die Bewilligung der Boni gezeigt, dass die Finanzmarktaufsicht (
Finma) von der UBS nicht unabhängig sei. «Die Finma hat sich gleich zu Beginn desavouiert.» Wirtschaftskrise: Schweiz gut gerüstetZu den wirtschaftlichen Aussichten sagte Roth: «Wir müssen uns an die alten Werte, also an die Priorität von Nachhaltigkeit, erinnern.» Kurzfristiges Denken wie etwa das Anlocken von Mitarbeitern mit hohen Löhnen, dürfe nicht mehr möglich sein.Strahm forderte, die
Regierung müsse bereits jetzt Massnahmen vorbereiten für das, was nächstes Jahr kommen könnte. In «unserer Schönwetter-Regierung» habe aber niemand die Kraft dafür. Für den Ökonomen stünde die Schaffung von Arbeitsplätzen im Vordergrund, denn die Arbeitslosenzahlen würden steigen.Besorgt ist zwar auch Roth. Doch nur Schwarzmalen will er nicht. Die nächste Zeit werde zwar schwierig werden für die Schweiz, aber: «Wir haben in diesem Spiel gute Karten.» (SDA/snx)