Planespotting in Kloten Komische Vögel

  • Publiziert: 23.01.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Gabriela Battaglia (Text) und Bruno Torricelli (Fotos)

KLOTEN ZH – Jetzt ist Weihnachten für «Planespotter». Hunderte Flugzeugfreaks jagen auf dem Flughafen Kloten WEF-Flugobjekte.

«Die VIPs interessieren uns nicht – wir kommen nur wegen den Flugzeugen», sagt Philippe Fischer (39). Der Berner Reisebüro-Fachmann hat die ganze Woche freigenommen – zum 6. Mal während des World Economic Forums in Davos.

Insgesamt 16 «Planespotter» treffen pünktlich zur Mittagstour auf der Zuschauerterrasse ein. Reserviert haben alle bereits im November. «Wir erwarten sogar Leute aus Australien», sagt Tour-Organisator Frank Bucher.

25 Franken kostet die zweistündige «Planespotter»-Rundfahrt. «So viel hat mein Hinflug gekostet», sagt David Peel verschmitzt. Zusammen mit fünf andern Briten ist er am Morgen aus Luton angereist.

Bis Sonntag finden 20 Touren statt. Für etwa 1000 Flugzeugfreaks. Besonderer Leckerbissen neben den teils exotischen Flugzeugen: Die Planespotter dürfen aus dem Bus aussteigen und kommen so noch näher an die Objekte ihrer Begierde ran. Weltweit ein absolutes Privileg.

«Grossartig!», freut sich Philip Yates aus Birmingham (GB). Der Rentner ist mit seiner Frau Valerie hier. Zum ersten Mal und nur für einen Tag. Das Fotografieren überlässt Yates der Gattin. Dafür notiert er sich eifrig jede Immatrikulationsnummer.

Anders Harri Koskinen (47) aus Helsinki. Er knipst alle Flugzeuge und alle Helis, die wegen des WEF in Kloten sind. «Ich bin fanatisch», gibt er mit einem verschmitzten Lächeln zu.

Koskinen hat bis zum WEF-Ende gebucht. Bis Sonntag jeden Tag eine Tour. Übernachtet wird in einem Hotel in Kloten. «So habe ich nur 20 Minuten zu Fuss.» Bis Sonntag ist auch Jürg Bosshard (50) aus Rümlang ZH dabei. Als freiwilliger Helfer. «Das ist meine heilige Woche», sagt er.

Die Planespotter erkennen die Flugzeuge bereits im Anflug. Ein Raunen geht durch die Gruppe, als eine Boeing 737 am Horizont auftaucht. Dann gibts ein Zückerli vom Tower: Alle dürfen ganz nah ran für noch bessere Bilder. «Das Flugzeug gehörte früher den Saudis, jetzt Nigerianern», sagt Bucher ohne Zögern.

Nach 21/2 Stunden ist Schluss. «Besten Dank für die Disziplin», sagt Tourleiter Paul Lüscher.

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