In Davos flogen Schneebälle und Schuhe

  • Publiziert: 31.01.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

DAVOS – Rund 120 Personen haben in Davos friedlich gegen das Wef demonstriert. Nationalrat Jo Lang forderte, dem Sozialen wieder mehr Platz zu geben. Nur so könne eine neue, humanere Welt geschaffen werden.

Die Kundgebung dauerte rund zwei Stunden und verlief friedlich. Die vor allem jugendlichen Demonstranten zogen über die Talstrasse vom Bahnhof Davos Dorf zum Bahnhof Davos Platz. Dabei schwenkten sie Fahnen, Transparente und Schrifttafeln und skandierten Parolen wie «Wipe out WEF».

Auf der Höhe des Kongresszentrums, dem WEF-Tagungsort, wurde ein 15-minütiger Halt eingelegt. Hier ergriff Jo Lang das Wort und kritisierte die Wirtschaftskapitäne aufs Härteste.

«Der Berg ist entzaubert»

«Der Berg ist entzaubert», sagte der Zuger Nationalrat in Anspielung auf Thomas Manns berühmten Roman, der in Davos spielt. Die Biedermänner seien als Brandstifter entlarvt worden, zitierte er Max Frisch.

Eine neue, humanere Welt werde nicht hier in Davos, sondern am Weltsozialforum in Belem (Brasilien) geboren, sagte er. Die drängenden Probleme der Zeit könnten nur gelöst werden, wenn das Soziale wieder über das Elitäre gestellt werde. Dies gehe jedoch nur, wenn überzeugende Zivilbewegungen den Wirtschaftskapitänen entgegen träten.

Beim selben Zwischenhalt flogen einige Schneebälle und rund ein Dutzend Schuhe in Richtung des WEF-Tagungsortes. Demonstranten zündeten Knallkörper, rüttelten am Absperrgitter und rissen die Abdeckfolie herunter. (SDA/gux)

<b>Polizei bleibt im Hintergrund</b>

Die bewilligte Kundgebung verlief friedlich. Die Polizei hielt sich im Hintergrund und griff nur ausnahmsweise ein. Dies war etwa dann der Fall, wenn Demonstranten versuchten, auszureissen und auf die Davoser Promenade zu gelangen. Die Demonstration endete beim Evangelischen Kirchgemeindezentrum. Dort fanden bis am Abend Konzerte, Referate und Diskussionen statt.
play Auch in Davos: der Schuh als Ausdruck des Protest. (Reuters)

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