Randale in Davos Gummigeschosse gegen WEF-Demonstranten

  • Publiziert: 29.01.2011, Aktualisiert: 02.01.2012

DAVOS DORF - An der Anti-WEF-Demonstration am Samstagnachmittag in Davos ist es zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Gummischrot ein.

An der Anti-WEF-Demonstration heute Nachmittag in Davos ist es kurz zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei ging mit Wasser und Gummigeschossen gegen Teilnehmer der Kundgebung vor. Einige Demonstranten hatten am Schluss des Protestzugs Gegenstände gegen das Fünfsterne-Hotel «Flüela» geworfen.

Die Polizei reagierte auf diese Provokationen von gut einem Dutzend Demonstranten mit Wasser und Gummigeschossen, wobei auch der Davoser Landammann Hans Peter Michel getroffen wurde.

Landammann von Gummigeschoss gestreift

Ein Gummigeschoss habe ihn gestreift, sagte Michel der Nachrichtenagentur SDA. Auch etwas Wasser habe er abbekommen, Verletzt sei er jedoch nicht.

An der bewilligten Demonstration nahmen etwa 120 Personen teil. Die Kundgebung verlief friedlich, abgesehen vom Schluss in Davos Dorf. Er habe das Gefühl gehabt, das Gewaltpotenzial sei dieses Mal weit höher gewesen als in früheren Jahren, sagte der Davoser Landammann. Unter den Demonstranten bewegten sich einige Vermummte.

Organisiert worden war die Manifestation gegen das WEF von den Davoser Grünen und den JUSO Graubünden. Der Demonstrationszug marschierte von Davos Platz über die Talstrasse nach Davos Dorf.

Demonstration hält vor dem Eingang des Kongresszentrums

Erstmals passierte die Kundgebung dieses Jahr den Eingang zum Kongresszentrum, wo die WEF-Teilnehmer zusammenkommen. Der Zugang war bei der Erweiterung des Zentrums von der Davoser Promenade an die Talstrasse verlegt worden. Die Demonstranten schwenkten Transparente und brandmarkten das Weltwirtschaftsforum einmal mehr als «Mördertreff».

Bis vor den kurzen Ausschreitungen war es am Rande des WEF in Davos weitgehend ruhig geblieben. Verteidigungsminister Ueli Maurer sprach gegenüber der Nachrichtenagentur SDA von einem «reibungslosen Einsatz» der Armee.

Rund 4000 Soldaten waren in den letzten Tagen zusammen mit der Polizei für den Schutz der WEF-Teilnehmer verantwortlich. Maurer hatte den Truppen vor Ort am Samstagvormittag einen Besuch abgestattet.

Bei Gesprächen mit den Bündner Polizeiverantwortlichen sei auch die Störaktion von Linksaktivisten im Posthotel thematisiert worden. Der Vorfall sei seiner Ansicht nach «von den Medien überbewertet worden», sagte Maurer.

Störaktion von WEF-Gegnern

WEF-Gegner hatten am Donnerstagmorgen Feuerwerkskörper in einem Lagerraum im Keller des bewachten Luxushotels gezündet. Bei der Explosion gingen ein paar Fensterscheiben zu Bruch. Verletzt wurde niemand. Im Posthotel hatten in früheren Jahren die Bundesräte am WEF logiert.

Maurer lobte die Arbeit der Armee, «ohne die das WEF niemals durchgeführt werden könnte». In ihrem Zuständigkeitsbereich sei es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen gekommen. Eingreifen musste dagegen die österreichische Luftwaffe. Sie fing am Freitag ein deutsches Flugzeug ab, das trotz des Flugverbotes über Vorarlberg unterwegs war. (SDA)

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