Bern will keine Krawall-Demo

  • Publiziert: 17.01.2008, Aktualisiert: 02.01.2012
play Hier gehts noch friedlich zu und her: Anti-WEF-Demo in Basel im 2007. (Keystone)

BERN – Erst wurde die Anti-WEF-Kundgebung vom Samstag bewilligt. Aber jetzt macht die Stadt Bern einen Rückzieher. Die Gewalt-Chaoten machen Angst.

Wir erinnern uns noch gut an die Bilder: Nach der SVP-Kundgebung vom 6. Oktober 2007 in Bern kams zu wüsten Ausschreitungen. So etwas soll sich nicht wiederholen. Könnte aber.

Am kommenden Samstag findet in der Bundesstadt nämlich eine Anti-WEF-Kundgebung statt. Bisher mit Einwilligung der Stadt. Doch das sieht ab heute anders aus: Die Stadt Bern hat nach Rücksprache mit der Berner Kantonspolizei entschieden, die Bewilligung für die Kundgebung vom Samstag zu widerrufen.

Grund dafür: Die Polizei befürchtet Krawalle. Die Kantonspolizei sei zum Schluss gekommen, dass für die Kundgebung vom Samstag breit mobilisiert worden sei, sagte Manuel Willi, Chef der für Bern zuständigen Regionalpolizei Bern. Es seien also auch militante Leute zu erwarten.

Als weiteren Grund gab Willi an, dass sich die Organisatoren nicht öffentlich von Gewalt distanziert hätten. Und gegen eine mögliche Eskalation wollen die Verantwortlichen vorgehen: Die Kantonspolizei habe entschieden, zusätzliche Einsatzkräfte aus anderen Kantonen aufzubieten. (SDA/spj)

Kritik von den Wef-Gegnern

Giovanni A. Schumacher, Sprecher der Organisationen der Anti-Wef-Kundgebung vom Samstag in Bern, kritisiert den Entscheid der Stadt, die Kundgebungs-Bewilligung zurückzuziehen. Schumacher sagte, die Stadt Bern schätze die Lage falsch ein. In der Sendung «10vor10» des Schweizer Fernsehens seien seine Aussagen entstellt worden. Er werde Klage gegen die Urheber der Sendung einreichen.

Die Demonstration werde ruhig und ohne Gewalt über die Bühne gehen. Debatten über Anwendung von Gewalt gehörten ganz einfach nicht zum Diskurs des «Bündnisses für globalen Widerstand», das die Kundgebung organisiert. Deshalb habe man sich nicht öffentlich gegen Gewalt ausgesprochen. Das Bündnis habe nach Ausstrahlung der Sendung versucht, mit dem Berner Gemeinderat eine Einigung zu erreichen, habe aber keinen Kontakt herstellen können.

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