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Geschäftsführerin Margrit Merz hatte am vergangenen Mittwoch einen umtriebigen Tag. Nicht aber wegen boomender Umsätze in ihrem Geschäft in Davos, sondern weil die Polizei bei ihr einmarschierte. Und sie aufforderte, eine Tibet-Flagge aus ihrem Schaufenster zu entfernen (Blick.ch berichtete). So sollte vermieden werden, dass es zum Eklat mit der chinesischen Delegation, allen voran Chinas Premier Wem Jiabao, kam. Ein Befehl, der für Kopfschütteln sorgte. Auch beim ehemaligen Deza-Chef Walter Fust (siehe Video).
Jetzt kommt das späte Sorry für die fragwürdige Aktion: Die Bündner Justizdirektorin Barbara Janom Steiner hat sich bei der Davoser Ladenbesitzerin entschuldigt. Entschuldigt habe sie sich für die Umtriebe und Aufregung, die am Mittwoch letzter Woche entstanden seien, sagte die Regierungsrätin.
Der Polizei könne sie keinen Vorwurf machen, betonte Janom Steiner. Aufgrund der Umstände sei die Anordnung vertretbar und verhältnismässig gewesen. Eine rechtliche Würdigung des Falles bezeichnte sie als «schwierig». Die Besitzerin des Ladengeschäfts habe ihr gegenüber versichert, für sie sei die Sache erledigt, erklärte Janom Steiner.
Der Mittwoch vergangener Woche war laut der Regierungsrätin heikel. Bern habe signalisiert, ein Eklat in Davos müsse vermieden werden. Grosse Risiken sei man bereits mit der Bewilligung einer Demonstration von Tibetern eingegangen. Und der chinesische Premier habe nach seiner Ankunft den Wunsch nach einem Spaziergang auf der Promenade geäussert. (SDA/spj)