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Alles war perfekt organisiert. Ein Mitglied der Anarchisten-Gruppe «Sand in the Wheels» (Sand im Getriebe) kundschaftete die Davoser Wasserversorgung aus.
Man studierte Pläne im Grundbuchamt und wurde fündig – ein Reservoir, das einen grossen Teil der Bevölkerung mit Wasser versorgte. Der Plan der Saboteur-Gruppe: Mit einem speziellen chemischen Mittel das Wasser grün färben.
Sand in the Wheels-Mitglied Roger Z.* spricht heute erstmals über die damals geplante Aktion: «Aus Schutzgründen will ich nicht sagen, in welchem Jahr wir den Sabotageakt planten. Aber mit dem grünen Wasser, dass ungefährlich war, wollten wir auf die Umweltschäden der Globalisierung aufmerksam machen.»
Nur eine Panne verhinderte den Sabotage-Akt: Die aus dem Ausland bestellte Chemikalie kam nicht rechtzeitig an. Roger: «Als die Lieferung eintraf, wimmelte es in Davos bereits von Sicherheitskräften. Zu riskant für einen Anschlag.»
Er zeigt sich beeindruckt, dass es den Autonomen heute trotz massivem Polizeiaufgebot gelang, einen Anschlag zu verüben. Roger: «Das braucht viel Mut und viel Überzeugung».
Die Gruppe «Sand in the Wheels» hat vor der gescheiterten Aktion gegen die Wasserversorgung bereits zwei erfolgreiche Anschläge auf das WEF verübt. Der bekannteste: Ein achtköpfiges Kommando kappte 2001 zwischen Thusis und Davos die Telefonleitung.
Weite Teile des Bündner Telefonnetzes wurden damals lahmgelegt. Die Polizei-Ermittlungen verliefen im Sand.
* Name von der Redaktion geändert.
So hätte das Wasser in Davos aussehen sollen (siehe Video).