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Das Institut für Rechtsmedizin St.Gallen stellte an der Leiche von Ylenia keine Spuren von sexuellem Missbrauch fest. Sicher ist aber: Von Aesch hat Ylenia nackt ausgezogen. Wie passt das zusammen? Was war von Aeschs Motiv?
«Dass Ylenia nicht sexuell missbraucht wurde, sagt noch nichts über von Aeschs Motiv aus», sagt der Aargauer Gerichtspsychiater Josef Sachs (57), Leiter der forensischen Abteilung an der Psychiatrischen Klinik Königsfelden. «Von Aeschs Motiv könnte trotzdem sexueller Art gewesen sein.»
Möglich sei zum Beispiel, dass von Aesch bei der sexuellen Handlung von Dritten gestört wurde. Oder dass ihn plötzlich Skrupel überkamen und er deshalb von dem Mädchen abliess.
Von Aesch wollte sich umbringen. Das schrieb er mehrmals in Briefen aus Spanien an Schweizer Freunde. Und er war überzeugt: Die Welt ist dem Untergang geweiht.
Warum aber entführt ein Mann, der sich selber töten will, ein fünfjähriges Kind und bringt es um?
«Wenn von Aesch tatsächlich glaubte, die Welt gehe unter, ist es möglich, dass er Ylenia vor all dem Elend retten wollte. Und sie deshalb mit in den Tod nahm», sagt Sachs.
Auch Wahnvorstellungen müssten als möglicher Antrieb für die Entführung und Ermordung von Ylenia in Betracht gezogen werden.
Der Gerichtspsychiater: «Von Aesch hatte sich in seine abgeschottete Welt nach Spanien zurückgezogen. Vielleicht fühlte er sich krankhaft bedroht.»
Was von Aesch in diesen Wahn getrieben hat, weiss man nicht. Sachs: «Kinder könnten in diesen Wahnvorstellungen eine wichtige Rolle gespielt haben.»
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Gerichtspsychiater Josef Sachs. (Toini Lindroos)