ZÜRICH – Ex-Banker Hervé Falciani will verraten, wie Schweizer Banken die Steuerhinterziehung deichseln. Er hat der Bankenaufsicht dazu einen mehrseitigen Brief geschrieben. Worum gehts?
Solche Informationen sind brisant. Sie würden die
Banken weiter unter Druck setzen und ihre Kunden noch nervöser machen. Es geht um die Frage: Wie stellen es die Schweizer Banken an, wenn sie für einen reichen Kunden die Steuerhinterziehung organisieren?
Mieten sie Scheinwohnungen in der Schweiz? Läuft das Geschäft über eine Briefkastenfirma in der sonnigen Karibik? Bisher gabs darüber nur Spekulationen. Jetzt will einer auspacken, der es wissen muss: Hervé Falciani, Ex-Banker in der Genfer Filiale der britischen Grossbank
HSBC.
Falciani hatte schon dem französischen
Staat in
Genf geklaute Bankdaten angeboten. Jetzt geht er noch einen Schritt weiter. Er hat der
Finma, der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht, einen mehrseitigen Brief geschrieben. Das berichtet Radio DRS.
Darin will er beweisen, wie Schweizer Banken konkret vorgehen, wenn sie ihren zahlungskräftigen Kunden bei der Steuerhinterziehung in deren Heimatländern helfen.
- Welche Banken sind in diesem Brief genannt?
- Um welche Methoden geht es?
- Wie gross sind die Summen, die hinterzogen wurden?
Blick.ch stellte der Finma diese Fragen. Die Antwort: «Zum Inhalt des Briefes nehmen wir, wie üblich in solchen Fällen, grundsätzlich keine Stellung», sagte Finma-Sprecher Tobias Lux. (snx)