Was tun gegen Sex-Tourismus?

  • Publiziert: 13.10.2008, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Michael Scharenberg

ZÜRICH – Unicef Schweiz will der kommerziellen sexuellen Ausbeutung von Kindern einen Riegel vorschieben. Wie? Wir fragten nach.

Es gibt nur vage Zahlen. Weltweit werden jedes Jahr 1,8 Millionen Mädchen und Jungen zu Prostitution und Pornografie gezwungen. 1,2 Millionen Kinder werden von Menschenhändlern wie Ware verkauft.

Nach Stockholm (1996) und Yokohama (2001) findet Ende November in Rio der nächste Weltkongress zur Verhinderung sexueller Ausbeutung von Kindern statt. In Bern wird dazu heute und morgen eine europäische Vorbereitungskonferenz organisiert.

Wir fragen Alexandra Rosetti von Unicef Schweiz, welches die dringendsten Aufgaben sind.

Blick.ch: Worum gehts an der Tagung in Bern?
Alexandra Rosetti: Wichtig ist, ganz konket, wie Kindern geholfen werden kann, sexuelle Übergriffe schneller zu melden. Dazu müssen auch Polizisten besser geschult werden.

Gerade ist der Fall eines Schweizers bekannt geworden, der Minderjährige in Indien missbraucht haben soll. In welchem Ausmass tragen Schweizer zum weltweiten Sex-Tourismus bei?
Das ist das Problem: Wir wissen es nicht genau. Zuverlässige Daten fehlen nach wie vor. Wir fordern daher bessere nationale und internationale Datenbanken.

In welche Länder zieht es Schweizer Sex-Touristen am meisten?
Wir haben dazu keine zuverlässigen Daten. Die sexuelle Ausbeutung von Kindern ist jedoch ein weltweites Problem.

Was ist zu tun?
Eine böse Rolle spielt das Internet. Es ist absolut notwendig, dass auch Internet-Provider und Internet-Cafés am Kampf gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen beteiligt sind.

Wie sieht es bei der internationalen Zusammenarbeit aus?
Ein ganz wichtiger Punkt! Vor einem Jahr hat der Europarat die Konvention über den Schutz von Kindern gegen sexuelle Ausbeutung und sexuellen Missbrauch beschlossen. Zentrale Forderung: eine bessere Erhebung von Daten über verurteilte Sex-Straftäter. Rund 30 Staaten haben schon unterzeichnet, darunter Österreich, Deutschland, Skandinavien, die Niederlande. Noch nicht unterschrieben hat die Schweiz. Das wird aber derzeit beraten.

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