Minarett-Initiative: Was steht im Geheimbericht über Imame?
ZÜRICH – Dem VBS liegt ein Bericht über die Imame in der Schweiz vor. Doch nur drei Wochen vor der Minarett-Abstimmung gibts dazu null Information. Ist die Analyse etwa zu brisant?
Von Michael Scharenberg | Aktualisiert um 17:17 | 05.11.2009
Christoph Mörgeli, Zürcher SVP-Nationalrat, schäumt: «Diese Geheimniskrämerei akzeptiere ich nicht!» In der kommenden Wintersession will er aktiv werden. Worum gehts?
Noch gut drei Wochen, und dann stimmen wir über die Anti-Minarett-Initiative ab. Der Urnengang hat eine Riesendiskussion ausgelöst, wie integriert die Muslime in der Schweiz sind. Ob sie auf dem Boden unserer Verfassung stehen. Oder fundamentalistisch-terroristische Ziele verfolgen.
Jetzt wurde bekannt, dass dem Militärdepartement von Ueli Maurer, eine Studie vorliegt zum Thema: die politische Haltung der Imame (muslimische Gemeindevorsteher) in der Schweiz. Und was ist das Ergebnis der Analyse?
«Sie wurde gemäss den Bestimmungen für sensible Informationen klassifiziert», beschied VBS-Sprecher Sebastian Heber dem «Beobachter». Damit gilt der Bericht als nicht zur Veröffentlichung vorgesehen. Blick.ch hakte nach. Wir wollten wissen, was in diesem Bericht steht bzw. wann er veröffentlicht wird. Die Antwort des VBS: Ja, der Bericht sei klassifiziert. Und: «Eine Veröffentlichung ist nicht vorgesehen.»
Das VBS kennt drei Klassifizierungsstufen: geheim, vertraulich und intern. Der Bericht über die Imame fällt in die Kategorie vertraulich.
Mörgeli macht Druck im Parlament
Allzu dick ist Mörgelis Geduldsfaden aber nicht. «Die Ergebnisse des Berichts können eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Stimmbürger sein», wettert der SVP-Mann gegenüber Blick.ch. «Ich sehe die Gründe nicht, warum der Bericht in der Schublade bleiben soll. Das ist in unserer Abstimmungsdemokratie nicht akzeptabel.»
Mörgeli kündigt an: «In der Wintersession werde ich einen Vorstoss lancieren, damit die Ergebnisse dieses Berichts bekannt gemacht werden.»
Sein SVP-Parteikollege Ulrich Schlüer haut in dieselbe Kerbe: «Diese Geheimniskrämerei geht nicht. Die Ergebnisse des Berichts gehören auf den Tisch!», fordert der Mitinitiant der Minarett-Initiative.
Doch auch Politiker, die die Minarett-Initiative ablehnen, verlangen eine offene Information. «Es ist für das Vertrauen zwischen Bürgern und Behörden nicht förderlich, wenn Informationen, die vorliegen, zurückbehalten werden», unterstrich FDP-Nationalrätin Christa Markwalder gegenüber Blick.ch. Das sieht auch der Zürcher SP-Nationalrat Mario Fehr so: «Informationen, die vorhanden sind, sollen transparent diskutiert werden. Das fördert das Vertrauen und führt zur besseren Integration der Muslime in der Schweiz.»
Für die Abstimmung zu spät
Rückt das VBS den Geheimbericht über die Imame nicht bald heraus, kann auch Mörgeli mit seinem Vorstoss nicht viel ausrichten, jedenfalls nicht für die Minarett-Abstimmung. Denn die Wintersession beginnt am 23. November und schon am folgenden Sonntag ist die Abstimmung.
Im letzten «Bericht zur Inneren Sicherheit» des Bundesamtes für Polizei steht immerhin: «Hinsichtlich des islamistisch motivierten Terrorismus und Gewaltextremismus ist festzustellen: Verbindungen etwa ins Umfeld der in Deutschland ausgehobenen Sauerland-Zelle weisen darauf hin, dass es in der Schweiz nebst dem bekannten propagandistischen und logistischen auch ein operatives Potenzial gibt.» Auf deutsch: Es gibt bei uns Muslime, die zu islamistischem Terrorismus bereit sein könnten.
– Bestätigt der brisante Geheimbericht des VBS diese Gewaltbereitschaft etwa auch für Imame?
– Hält das VBS die Ergebnisse deswegen unter Verschluss? Damit die Befürworter der Initiative keine Unterstützung erhalten und die Stimmbürger bei der Nein-Parole des Bundesrats bleiben?
Dem Stimmvolk bleibt nur der Frust: Am 29. November stimmen wir über die Minarett-Initiative ab – und möglicherweise wichtige Infos zu muslimischen Extremisten in der Schweiz werden uns vorenthalten!
Noch gut drei Wochen, und dann stimmen wir über die Anti-Minarett-Initiative ab. Der Urnengang hat eine Riesendiskussion ausgelöst, wie integriert die Muslime in der Schweiz sind. Ob sie auf dem Boden unserer Verfassung stehen. Oder fundamentalistisch-terroristische Ziele verfolgen.
Jetzt wurde bekannt, dass dem Militärdepartement von Ueli Maurer, eine Studie vorliegt zum Thema: die politische Haltung der Imame (muslimische Gemeindevorsteher) in der Schweiz. Und was ist das Ergebnis der Analyse?
«Sie wurde gemäss den Bestimmungen für sensible Informationen klassifiziert», beschied VBS-Sprecher Sebastian Heber dem «Beobachter». Damit gilt der Bericht als nicht zur Veröffentlichung vorgesehen. Blick.ch hakte nach. Wir wollten wissen, was in diesem Bericht steht bzw. wann er veröffentlicht wird. Die Antwort des VBS: Ja, der Bericht sei klassifiziert. Und: «Eine Veröffentlichung ist nicht vorgesehen.»
Das VBS kennt drei Klassifizierungsstufen: geheim, vertraulich und intern. Der Bericht über die Imame fällt in die Kategorie vertraulich.
Mörgeli macht Druck im Parlament
Allzu dick ist Mörgelis Geduldsfaden aber nicht. «Die Ergebnisse des Berichts können eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Stimmbürger sein», wettert der SVP-Mann gegenüber Blick.ch. «Ich sehe die Gründe nicht, warum der Bericht in der Schublade bleiben soll. Das ist in unserer Abstimmungsdemokratie nicht akzeptabel.»
Mörgeli kündigt an: «In der Wintersession werde ich einen Vorstoss lancieren, damit die Ergebnisse dieses Berichts bekannt gemacht werden.»
Sein SVP-Parteikollege Ulrich Schlüer haut in dieselbe Kerbe: «Diese Geheimniskrämerei geht nicht. Die Ergebnisse des Berichts gehören auf den Tisch!», fordert der Mitinitiant der Minarett-Initiative.
Doch auch Politiker, die die Minarett-Initiative ablehnen, verlangen eine offene Information. «Es ist für das Vertrauen zwischen Bürgern und Behörden nicht förderlich, wenn Informationen, die vorliegen, zurückbehalten werden», unterstrich FDP-Nationalrätin Christa Markwalder gegenüber Blick.ch. Das sieht auch der Zürcher SP-Nationalrat Mario Fehr so: «Informationen, die vorhanden sind, sollen transparent diskutiert werden. Das fördert das Vertrauen und führt zur besseren Integration der Muslime in der Schweiz.»
Für die Abstimmung zu spät
Rückt das VBS den Geheimbericht über die Imame nicht bald heraus, kann auch Mörgeli mit seinem Vorstoss nicht viel ausrichten, jedenfalls nicht für die Minarett-Abstimmung. Denn die Wintersession beginnt am 23. November und schon am folgenden Sonntag ist die Abstimmung.
Im letzten «Bericht zur Inneren Sicherheit» des Bundesamtes für Polizei steht immerhin: «Hinsichtlich des islamistisch motivierten Terrorismus und Gewaltextremismus ist festzustellen: Verbindungen etwa ins Umfeld der in Deutschland ausgehobenen Sauerland-Zelle weisen darauf hin, dass es in der Schweiz nebst dem bekannten propagandistischen und logistischen auch ein operatives Potenzial gibt.» Auf deutsch: Es gibt bei uns Muslime, die zu islamistischem Terrorismus bereit sein könnten.
– Bestätigt der brisante Geheimbericht des VBS diese Gewaltbereitschaft etwa auch für Imame?
– Hält das VBS die Ergebnisse deswegen unter Verschluss? Damit die Befürworter der Initiative keine Unterstützung erhalten und die Stimmbürger bei der Nein-Parole des Bundesrats bleiben?
Dem Stimmvolk bleibt nur der Frust: Am 29. November stimmen wir über die Minarett-Initiative ab – und möglicherweise wichtige Infos zu muslimischen Extremisten in der Schweiz werden uns vorenthalten!
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Das sagen Blick.ch-Leser
- Markus F. Baumgartner, Liestal - 10:34 | 06.11.2009
- » Könnte dieser "Geheimbericht" evtl. einen Drohbrief muslimischer Extremisten sein, der nun unter dem Deckel gehalten wird bis die Abstimmung vorüber ist?
- Roland Christen, Gretzenbach - 09:45 | 06.11.2009
- » Es ist halt leider so. Jeder hat die Regierung die er verdient. Wir lassen uns seit langem von Bern betrügen und belügen. KVG, Personenfreizügigkeit etc. Jeder spricht von Demokratie, das Volk könne in der Schweiz entscheiden. Das stimmt sogar, falls es gleicher Meinung mit Bern ist. Ansonsten wir eingeschüchtert und gedroht. Es braucht nur 100'000 Gleichgesinnte um alles zu ändern.
- ben coratsch, st. Gallen - 09:44 | 06.11.2009
- » Ähnliche Studien in Deutschland und Österreich machen neugierig, wie es um die Gesinnung der Schweizer Imame steht. Hoffentlich setzt sich Ch. Mörgeli durch. Ich will wissen, was in dem Bericht steht und zwar subito.
- Nuno Vyerbeeswax, Basel - 09:39 | 06.11.2009
- » Egal wie gut oder schlecht die Moslems in der CH eingeliedert sind - es darf hier keine Minarette geben. Wer Allah nicht ohne so ein Tuermchen anbeten kann, soll in ein islamisches Land ziehen. Ende der Durchsage.
- Keller Urs, Binningen - 09:22 | 06.11.2009
- » Hinsichtlich des islamistisch motivierten Terrorismus und Gewaltextremismus ist festzustellen: Verbindungen etwa ins Umfeld der in Deutschland ausgehobenen Sauerland-Zelle weisen darauf hin,.dass es in der Schweiz nebst dem bekannten propagandistischen und logistischen auch ein operatives Potenzial gibt.. Das tönt ja gar nicht gut, kunststück wird diese Geheimbericht nicht der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht, Das könnte noch den letzten der Zauderer zu einem "JA " bewegen
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