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Plattwürmer sind besondere Tierchen. 1,5 Millimeter lang und komplett durchsichtig. Und Zwitter, das heisst, sie haben männliche und weibliche Geschlechtsorgane. Forscher des Zoologischen Instituts der Uni Basel haben das Sexualverhalten der Würmer untersucht.
Die bizarren Erkenntnisse: Sie paaren sich wechselseitig in einer Art «69er-Stellung», und das durchschnittlich sechs Mal pro Stunde. «Sie üben bei der Paarung sowohl die männliche als auch die weibliche Rolle aus», erklärt Lukas Schärer (41), Leiter der Forschungsgruppe.
Spermakonkurrenz
Die Tiere geben gleichzeitig Sperma ab und nehmen welches auf – das nicht immer willkommen ist. «Unter Plattwürmern herrscht grosse Spermakonkurrenz», sagt Schärers Mitarbeiter Peter Sandner (33). Der männliche Teil der Würmer will sich möglichst oft fortpflanzen, der weibliche Teil hingegen ist aber sehr wählerisch: «Unerwünschtes Sperma saugen sie mit dem Mund wieder aus der Geschlechtsöffnung heraus.» Was Widerhaken an den Spermien erschweren.
Eine andere Fortpflanzungsmethode besteht darin, den Partner ohne dessen Einverständnis zu befruchten. Schärer: «Die Würmer spritzen das Sperma mit ihrem Kopulationsorgan, das einer Injektionsspritze gleicht, direkt unter die Haut.» Von dort wandern die Spermien durch das Gewebe zur Eizelle. Widerhaken wären dabei hinderlich, deshalb fehlen sie hier!
Ein Stück Evolution
Durch die unterschiedlichen Fortpflanzungsmethoden ist eine erstaunliche Formenvielfalt an Spermien entstanden.
«Wenn wir die Plattwürmer beim Sex beobachten, können wir auch ein Stück Evolution erforschen», schwärmt Peter Sandner von den Versuchen. Ihr Ziel: Wissen über die lebende Welt und die Evolution der Sexualität zu generieren.