Was läuft schief in der Armee?

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Von Karin Baltisberger

Nicht nur in der RS, auch im WK werden Soldaten regelmässig nach Hause geschickt. Armeesprecher Christoph Brunner nimmt Stellung.

Blick: Die Armee bietet Soldaten auf, schickt sie dann wieder nach Hause. Sowohl in der RS als auch im WK. Was läuft da schief?
Christoph Brunner: In der RS wurde niemand gegen seinen Willen heimgeschickt. Sondern es wurde nach alternativen Lösungen gesucht. Was den Wiederholungskurs betrifft: Da kann ich mir durchaus vorstellen, dass so etwas vorkommt.

Wieso?
Die Truppenunterkünfte sind nicht für die Truppengrösse der Armee XXI gebaut. Früher war eine Kompanie etwa 100 Mann stark, heute kann sie auch mal aus 250 Mann bestehen.

Dann werden die überzähligen Soldaten einfach heimgeschickt?
Nein. Der Truppenkommandant sollte vordienstlich dafür sorgen, dass die ganze Kompanie unterkommt – wenn nötig auch in verschiedenen Gebäuden oder Dörfern.

Das funktioniert ja anscheinend überhaupt nicht ...
Mir ist nicht bekannt, dass Soldaten regelmässig in grosser Zahl vom Wiederholungskurs heimgeschickt werden. Wenn es trotzdem mal in Einzelfällen passiert, dann womöglich aufgrund eines Planungsfehlers des Truppenkommandanten.

Ich könnte Ihnen einen ganzen Haufen «Einzelfälle» nennen.
Wie gesagt, mir ist es nicht bekannt, dass es ein Problem ist.

Ein Beispiel: Ein junger Deutschschweizer stellt drei Mal ein Gesuch, den WK zu verschieben. Abgelehnt. Er reist nach Genf. Beim Einrücken darf er dann gleich wieder heimgehen.
Zu entscheiden, ob ein Gesuch angenommen wird oder nicht, ist Sache des Chefs – für mich schwer zu kommentieren. Es ist aber auch klar, dass nicht jedes Gesuch bewilligt wird. Wenn das wirklich so passiert ist, ist das sicher ärgerlich und sollte nicht geschehen. Es ist Sache des Truppenkommandanten, dass so etwas nicht vorkommt.

Eine andere Kompanie bekam zusätzliche Betten in die Unterkunft gestellt und musste drei Wochen eng aufeinander hausen.
Das kann es geben. Im Militär muss man sich bewusst sein, dass man eng mit anderen zusammenlebt und etwas von seiner Privatsphäre einbüsst.

VBS-Sprecher Christoph Brunner.

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