BLICK-Kommentar zum Rücktritt von Post-Präsident Béglé Was jetzt, Bundesrat Leuenberger?

  • Publiziert: 20.01.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Urs Helbling

Post-Präsident Claude Béglé ist weg. Und Bundesrat damit ein Problem los. Doch für Post-Minister Moritz Leuenberger ist die Sache damit kaum ausgestanden.

Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Der Rücktritt von Claude Béglé war überfällig. Der Post-Präsident hatte den Mund zu voll genommen. Am Schluss versuchte er sich zu retten, indem er im «Club» Kreide frass und Fehler eingestand.

Ohne Erfolg – nicht zuletzt, weil er immer stärker auch mit dem Image eines Mischlers, Schwindlers, ja sogar Lügners zu kämpfen hatte. Das Grossmaul blieb sich bis gestern Abend treu. Sein pathetischer Schlusssatz in der «Tagesschau» hat das Zeug für einen Klassiker: «Ich liebe dieses Land!»

Béglé stand sich selber im Weg. Aber es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ihm ausgerechnet der Mann,der ihn geholt und ihm lange die Stange gehalten hatte, letztlich den Todesstoss versetzte: Bundesrat Moritz Leuenberger. Der Post-Präsident war für den Politiker nicht mehr zu halten. Der Uvek-Chef hat das Problem elegant gelöst – über eine Arbeitsgruppe.

Ob die Sache für Leuenberger damit ausgestanden ist, muss bezweifelt werden. Vermutlich wurde er selber von Béglés Blitz-Rücktritt überrascht. Der Druck, rasch neue Verwaltungsräte zu finden, ist jetzt extrem gross. Gefragt sind Führungskräfte, die Vertrauen schaffen können.

Denn das Grundproblem muss geklärt werden: Wie weiter mit der Post? Wie weiter mit dem Betrieb, der sich schwer tut, den Service public künftig zu finanzieren? Die 45 000 Angestellten der Post und die 7,7 Millionen Schweizer, die Kunden der Post, haben ein Anrecht, bald Anworten auf diese Fragen zu bekommen. Auch hier ist Leuenberger gefordert!

play Urs Helbling ist Blattmacher in der BLICK-Redaktion. (RDB)

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