Was für ein mieser Sommer Jetzt kommen Hagel, Schnee und Hochwasser!

BERN - Dauerregen und Schnee bis auf 1800 Meter: Das Tief «Michaela» vermiest Bauern und Festival-Besuchern den Juli.

Badis geschlossen: Wo ist der Sommer?

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Wer diesen Winter vergeblich auf den Winter gewartet hat, darf sich jetzt freuen: Der Schnee kommt! Heute sinkt die Schneefallgrenze auf 2000 Meter und verharrt auf dieser Höhenlage, sagt Meteo Schweiz voraus. In manchen Alpentälern kann es gar bis 1800 Meter schneien. Im Wallis und im Graubünden könnte bis zu 50 Zentimeter Neuschnee fallen.

Am Abend waren die Passstrassen über den Susten und die Furka gesperrt, wie die TCS-Verkehrsinformation mitteilte. Die Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) liess wegen Schneefalls an der Furka am Abend zusätzliche Auto-Verladezüge durch den Furkatunnel verkehren.

Die Schneefallgrenze sank am Dienstag auf rund 2000 Meter, wie es bei Meteoschweiz auf Anfrage hiess. Auf Höhen ab 2000 Metern lag am Abend ein weisses Schäumchen. Mehr Schnee gab es in Hochgebirgslagen auf über 2500 Metern Höhe.

Unangenehm ists für das Vieh auf der Alp. «Für die Alpbewirtschafter führt Schnee im Sommer zu Mehraufwand. Entweder müssen die Tiere von der Alp geholt, oder aber in Alpställen eingestallt und zugefüttert werden. Bei lang anhaltendem Schneefall können die Futtervorräte auf den Alpen unter Umständen zur Neige gehen», sagt Christoph Hagenbuch vom Zürcher Bauernverband (ZBV).

Das Land versinkt

Und jetzt werden wir auch noch vom Dauerregen gebeutelt, der bis zum Wochenende oder vielleicht sogar noch länger anhalten soll. Am Luganersee und am westlichen und zentralen Alpennordhang herrscht mässige Hochwassergefahr. Wer in der Nähe eines Baches wohnt, platziert im Keller besser alles in den oberen Regalen.

Auch wenn viele Flüsse viel Wasser führen - etwa die Aare -, sollten sie jedoch nicht über die Ufer treten. Gemäss dem Naturgefahrenbulletin des Bundes sollten bis am Mittwoch keine Warnschwellen überschritten werden.

Überschwemmungen sind eher bei kleineren und mittleren Bächen und Flüssen zu erwarten. «Diese Situation ist nicht ungewöhnlich», erklärte eine Hydrologin vom Bundesamt für Umwelt (BAFU).

Bei den Seen sei die Situation angespannter. Sie sollte jedoch die Gefahrenstufe 2 - mässige Gefahr - nicht überschreiten. Die Pegel des Thunersees, des Bielersees und des Vierwaldstättersees wurden reguliert.

Probleme für die Bauern

Den Landwirten drohen wegen des anhaltenden Regens Verluste. Überschwemmungen infolge lang anhaltender Regenfälle sowie über die Ufer tretende Flüsse und Bäche können gemäss Christoph Hagenbuch vom ZBV zu grossen Schäden an der Ernte und zu Landerosionen führen. «Stehendes Wasser ist für alle Kulturen schädlich. Mehrtägig stehendes Wasser im Acker kann zum Beispiel bei Kartoffeln zum Totalausfall der Ernte führen», sagt er.

Der Sommer zeigt sich derzeit von seiner schlimmsten Seite. Zuerst hat der Hagel vielerorts zugeschlagen. Wie etwa am Sonntagabend am Genfersee, wo alle Reben des Weinbauern Rocco Cantoro vom Hagel zerstört wurden, wie «Le Matin» heute berichtet.

Feuchtes Wetter fördert Mücken-Plage

Das feuchte Wetter könnte diesen Sommer überdies zu einem explosionsartigen Anstieg der Steckmücken-Population führen. Eine regelrechte Mückenplage wäre die Folge. «Wenn in den Brutgebieten die Flüsse und Seen über die Ufer treten oder wegen der starken Niederschläge das Grundwasser steigt, beginnen die sich im Boden befindenden Stechmücken aus ihren Eiern zu schlüpfen», sagt der emeritierte ETH-Professor und Mückenexperte Peter Lüthy zu Radio 1.

Verantwortlich für dieses Aprilwetter im Juli ist das Tief «Michaela». Keine Freude an Michaela dürften auch die Festivalbesucher des Frauenfeld Openairs haben: Sie brauchen am Freitag und am Samstag definitiv Gummistiefel. Auch sollten sie den Faserpelz einpacken: Das Thermometer klettert bis Ende der Woche kaum über 20 Grad.

Publiziert am 08.07.2014 | Aktualisiert am 08.07.2014
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26 Kommentare
  • Peter  Hänsenberger 09.07.2014
    Sind Sie eine Person von vielen, wo sich jedes Jahr ärgert über das Schweizer Wetter. Wenn Sie sich zu den Personen zählen, wo sich über das Wetter ärgert, sollten Sie einfach Glücklich sein, das Sie in einem Land leben dürfen, wo es keine Vulkanausbrüche und Kriege gibt. Zurzeit ist die Schweiz von grossen Hitzewellen und längere Trockenperioden verschont worden, aber was die Zukunft bringt, weiss keiner genau im Voraus. Warum sich über das Wetter ärgern, jeder macht seine Nerven selber kaputt.
  • Saras-  tro 09.07.2014
    Kräht der Hahn auf dem Mist, so ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist....Diese Prognose stimmt immer. Die Natur hat die Tiere für jedes Wetter ausgerüstet.Zudem sollten die Bauern nur soviel Tiere halten, wie sie auch versorgen können,auch in knappen Zeiten.Zudem gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Bekleidung.Auch der Regen hat seine schönen Seiten
  • Kristin  Bischof 09.07.2014
    es ist herbstlich kühl geworden.dafür kann man es sich ja drinnen gemütlich machen bei kerzenschein,schöner musik und einem tässli kaffee oder tee. jedenfalls ich mache es so.was nützt es über das wetter zu schimpfen.es ist nun mal SO wie es eben ist.die sonne kommt schon wieder mal hervor.irgendwann.geduld ist angesagt......smile....
  • Walter  Liechti 09.07.2014
    Einige haben sich über das hochsommerliche Wetter an Pfingsten beklagt, sie hätten sich wohl besser gefreut....
  • Mäx  Hasler 09.07.2014
    Das ist doch nichts besonderes. In Bergün standen die Kühe im Juli schon vor 40 Jahren im Schnee und damals haben nicht mal die Grünen von Klimakatastrophe geredet.