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Wer am Samstagabend Fleisch auf den Grill legte, wurde Opfer von einer gewaltigen Gewitterzelle, die sich über der Schweiz entlud. Aber: Niemand war gewarnt! Wer am Freitagabend Meteo schaute, erhielt keine Vorwarnung. Sandra Boner sagte zwar charmant die Gewitter auf der Alpensüdseite an, Mittelland und Region Zürich fehlten aber komplett.
Was war da los? SF-Meteorologe Thomas Bucheli zu Blick.ch: «Aufgrund unserer Berechnungen haben wir solche Gewitter eigentlich erst am Sonntag erwartet.» Solche Wetterumschwünge geschähen sehr kurzfristig. «Wenn es auf etwa 5000 Meter zu Luftumwälzungen kommt, kann das eine Dynamik auslösen, die schwer berechenbar ist.»
Man werde bei den Wetterdiensten im Sommer immer wieder überrascht. «Grundsätzlich haben wir eine hohe Trefferquote, was die Vorhersagen betrifft, im Sommer ist diese aber immer etwas tiefer.»
Gewitterzone über Frankreich verschob sich
Grund für die gewaltigen Entladungen am Samstag war eine Gewitterzone, die eigentlich über Frankreich erwartet wurde. «Die hat sich aber 200 Kilometer weiter zu uns verschoben.»
Die Bilanz des Gewitters im Kanton Zürich: zwei leicht Verletzte, zwei Dachstockbrände und ein enormer Sachschaden. Auf dem Zürichsee wurden laut Polizei maximale Windgeschwindigkeiten von über 155 Stundenkilometer gemessen. Mehrere Personen wurden aus Seenot gerettet. Unzählige Schiffe kenterten, viele sanken.
Die falsche Prognose wirft die alte Frage nach den Wetterstationen auf, die von anderen Meteo-Instituten in grösserem Masse verwendet werden. Bucheli rechtfertigt sich: «Alle anderen haben den Samstag ebenfalls trocken angesagt.»