Wars gar nicht die Lawine?

  • Publiziert: 16.07.2007, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – War alles ganz anders als bisher angenommen? Die Lawine, die sechs Soldaten in den Tod gerissen haben soll, sei schon vor dem Drama abgegangen, sagen Zeugen.

Zeugen rücken das Bild zurecht, das sich die Militärjustiz bislang vom Hergang des Dramas machte: Das Schneebrett soll vor dem Unfall niedergegangen, die Rekruten dadurch nicht gefährdet gewesen sein. Doch dann sei ein Mitglied einer der beiden Dreierseilschaften ins Rutschen gekommen. Erst dann nahm das Drama seinen Lauf.

Somit bestünde kein kausaler Zusammenhang zwischen dem Schneebrett und dem tragischen Unfall, so Martin Immenhauser, Sprecher der Militärjustiz. Diese These werde auch durch den Umstand unterstützt, dass drei Eispickel nach dem Unfall im Firn stecken geblieben seien.

Immenhauser betonte jedoch, dass es sich hier nicht um ein abschliessendes Ergebnis der Untersuchung handle, sondern um das Bild auf Grund der bisherigen Zeugenaussagen. Nach wie vor bestehe kein begründeter Verdacht auf ein Fehlverhalten, sagte der Sprecher. Damit sei aber auch nicht ausgeschlossen, dass jemand für den Unfall verantwortlich sei. (AP/gux)

Armee reagiert nicht auf Vorwürfe

Die Armee reagierte heute vorerst nicht auf die Vorwürfe, die zivile Bergführer am Wochenende erhoben hatten. So berichtete Bergführer Harry Sonderegger, bereits am letzten Mittwoch hätten Soldaten an der Südwand des Mönchs ein Schneebrett ausgelöst (Blick berichtete).
play Hier, zwischen Jungfrau und Rottalhorn, riss die Lawine ab – aber sie soll gar nicht Auslöser des Dramas gewesen sein. (Philippe Rossier)

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