Jolanda (58) verdiente mit Kartenlegen Millionen Wahrsagerin betrog Sozialamt

Wahrsagerin Jolanda betrog das Sozialamt. Gestern zeigte sie im Bezirksgericht Reue.

  • Publiziert: 02.11.2012
  • Von Viktor Dammann
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Jolanda A. las für Geld aus den karten.

(ZVG)

Hat sie das alles vorausgesehen? Jolanda A.* (58) verdiente mit Wahrsagerei und Kartenlegen übers Telefon in zehn Jahren 2,6 Millionen Franken. Gleichzeitig kassierte sie mit ihrem Mann Traugott (59) in Zürich 390'000 Franken Sozialhilfe.

Gestern im Bezirksgericht zeigt Jolanda A. Reue. «Wir haben einen grossen Fehler gemacht.» In der Untersuchung gab sie an, vor lauter Telefonieren keine Zeit gehabt zu haben, den Verdienst  zu melden.

Sechs teuere Autos gekauft

2011 flogen die jenischen Eheleute auf, als sie sich beim Steueramt meldeten. Sie glaubten, sie könnten von einer Steueramnestie profitieren, von der sie im TV erfahren hatten. So merkte das Sozialamt, dass es Millionäre unterstützt. Die zwei verdienten nicht einige Hundert, sondern 10'000 Franken im Monat.

Das Paar wohnt auf einem Standplatz für Fahrende in Zürich-Seebach. Dort baute es sich ein nettes Häuschen. Und kaufte sich sechs teure Karossen für über 600'000 Franken.

Eingeschränkt arbeitsfähig wegen Asthma

Auch die Caritas liess sich von der Wahrsagerin und ihrem Mann einwickeln. Als das Amt für Zusatzleistungen von Jolanda A. das Führen eines Kassabuchs verlangte, monierte die Caritas: Es gehöre zur Lebensweise der Fahrenden, eben kein Kassabuch zu führen. Und der Hausarzt attestierte Jolanda A. eingeschränkte Arbeitsleistung wegen ihres Asthmas.

Beim Wahrsagen über eine kostenpflichtige 0900er-Nummer scheint sie offenbar nicht ausser Atem gewesen zu sein.

Geld im Casino verzockt

Das Betrügerpaar kassierte gestern zwei Jahre Knast bedingt. Ein Teil des ertrogenen Geldes hat das Paar zurückgezahlt. Ein Teil versickerte in Casinos, wo beide eifrig zockten.

Daniel Huber, Präsident der Radgenossenschaft, zeigt sich schockiert. «Selbstverständlich distanzieren wir uns von solch kriminellen Machenschaften. Das Schlimmste ist, dass ausgerechnet zwei Mitglieder uns Fahrenden dermassen schaden.» Traugott A. war früher sogar mal Sekretär der Genossenschaft.

* Name der Redaktion bekannt

Beliebteste Kommentare

  • Ursina  Stoller
    Wenn ich sowas lese wird mir schlecht! Heisst das, dass unser Sozialwesen sogar Fahrende unterstützt? Ich bin entsetzt!
  • Urs  Käser , Zufikon
    Passt ja gut in unsere dekadente, unfähige und überforderte Verwaltung, die durch Linke und Grüne so unterwandert ist, dass kein gesunder Menschenverstand mehr vorhanden ist, sondern nur naiver Glaube in die Güte des Menschen . Diese Leute verteilen lieber Geld, das sie nie selber verdient haben, als sich Gedanken zu machen, wer es wirklich erhalten sollte. Der Fall ist wohl nur die Spitze des Eisbergs. Wie gross ist die Dunkelziffer ?

Alle Kommentare (29)

  • Thomas  Perkin , Frankfurt
    ...also ich hätte jetzt nicht ansatzweise vermutet, dass solch eine "Arbeit" satte CHF 260k p. Jahr einbringt. Dafür hätte ich das gute Geld versteuert und es wäre immer noch genügend zum Leben und mehr übrig geblieben... Ja ja die Gier, darüber stolpert jeder früher oder später.
  • Christoph  Fehr
    Wer hierzulande auf kriminelle Weise Steuergeld ergaunert, das andere verdient haben, riskiert praktisch nichts. Wer in Deutschland Geld, das er selber erwirtschaftet hat, bei den Steuern nicht angiebt, geht ggf. für mehrere Jahre in den Knast.
  • Peter  Müller
    In den roten Industriebranchen kann immer noch richtig beschissen werden, und es werden beide Augen zugedrückt. Wenn aber ein fleissiger Arbeiter die Parkzeit 10 Minuten überzieht, dann wird erbarmungslos abgezockt, obwohl es sich beim Deliktbetrag um Rappen handelt. Diese Art Verhältnisblödsinn ist richtig krank! Jede solche Busse erzeugt unzufriedene Leute, denen vieles immer mehr egal ist, was schlussendlich allen schadet. Das ist meine ganz persönliche Meinung.
  • B. 
    Es gibt Menschen, die so viel Geld für 0900er-Nummern übrig haben? Wieso das Geld nicht gleich aus dem Fenster werfen?
  • jürg  frey , teufen
    Gut, Sie hats geschafft, mit Ihrem Mann zusammen. Aber wer ist jetzt der Esel? Sie oder das Amt??
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