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Ueli Leuenberger, Präsident der Grünen, zeigte sich erstaunt, dass Roland Nef nicht entlassen wurde. Die Situation sei so verfahren und die Details, die gestern an die Öffentlichkeit gekommen seien, so schwerwiegend, dass «der Armeechef nicht mehr tragbar ist».
Vielleicht wolle Bundesrat Samuel Schmid ja selber den Kopf aus der Schlinge ziehen, sagte Leuenberger weiter. Unzufrieden ist der Parteipräsident auch mit der «Entschuldigung» Schmids, der Gesamtbundesrat müsse nach den Ferien entscheiden. «Für mich ist es unmöglich, dass Roland Nef nach dem 20. August noch Armeechef ist.»
Doch auch für Bundesrat Schmid fordert Leuenberger Konsequenzen. Dieser habe einmal mehr eine «wahnsinnige Führungsschwäche» gezeigt. «Die Zeit von Schmid ist gekommen. Er muss in nächster Zeit abtreten.»
Die SVP fordert nach der Erklärung Schmids nicht mehr explizit Rücktritte. Doch auch sie kritisiert Schmid weiterhin. Der Verteidigungsminister versuche die Sache auszusitzen, doch das sei unmöglich, sagte SVP-Sprecher Alain Hauert.
Schmid sei nicht in der Lage, die Krise zu lösen. Es sei dies eine Bestätigung seiner «Führungsschwäche». Der Gesamtbundesrat müsse sich jetzt treffen und «die Konsequenzen ziehen», sagte Hauert, ohne präzisieren zu wollen, wie diese auszusehen hätten.
Ein sofortiges Treffen des Gesamtbundesrates fordert auch die CVP. Die Beurlaubung von Nef sei zwar ein Schritt in Richtung Aufklärung der Affäre, sagte CVP-Vizepräsident Dominique de Buman. Doch der Schritt genüge nicht.
Warte der Bundesrat bis zum 20. August, riskiere er neue Enthüllungen. Der Rücktritt Schmids ist für die CVP zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch kein Thema. Zuerst müssten die Einzelheiten bekannt sein, sagte de Buman.
Mehr oder weniger zufrieden zeigte sich einzig die SP. Schmid habe keine andere Wahl gehabt. Die Beurlaubung Nefs bis zum 20. August erlaube es, die notwendige Ruhe wiederzufinden, sagte SP-Vizepräsident Stéphane Rossini.
Mit der Frage, ob die Affäre für den Verteidigungsminister Konsequenzen haben müsste, will sich die SP erst nach der Bundesratssitzung vom 20. August beschäftigen.
Der Entscheid sei richtig und das gewählte Vorgehen sinnvoll, teilten die FDP und die BDP mit. Der Bundesrat könne dann «in Kenntnis der Fakten» über die Zukunft von Roland Nef entscheiden, schreiben die Freisinnigen. Beide Parteien möchten allerdings nicht bis zum 20. August warten.
Die FDP betonte ausserdem, dass sie weiterhin nicht den Rücktritt des Verteidigungsministers fordert. Wenn sich allerdings die Vorwürfe gegen Nef bewahrheiten würden, müsste dieser seines Amtes enthoben werden, sagte Sprecher Christian Weber. (SDA)
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Ueli Leuenberger, Präsident der Grünen, fährt Samuel Schmid hart an den Karren. (Keystone)