Vreni Von Aesch schreibt Brief an Ylenias Mutter

  • Publiziert: 24.09.2007, Aktualisiert: 14.01.2012
  • von Stefan Büsser

BENIMANTELL (E)/APPENZELL – Am Mittwoch wird die kleine Ylenia beerdigt. Die Frau ihres mutmasslichen Mörders, Vreni Von Aesch, wird nicht teilnehmen. Aber sie sucht den Kontakt zur Familie.

Zum ersten Mal seit dem Fund der Leiche Ylenias spricht Vreni Von Aesch. Mit der Abendzeitung «heute» telefonierte sie aus ihrem Haus im spanischen Benimantell. Ihr innigster Wunsch: «Ich möchte mit Ylenias Familie Kontakt aufnehmen.» Sie sagt: «Ihrer Mutter werde ich einen Brief schreiben.»

Für eine Begegnung ist es aber noch zu früh. An der Beerdigung kommenden Mittwoch wird Vreni Von Aesch nicht teilnehmen. «Es geht einfach nicht», sagt sie.

In Appenzell laufen derweil die Vorbereitungen für die Trauerfeier. Ein Plätzchen für die inzwischen kremierte Leiche Ylenias ist auf dem Appenzeller Friedhof bereits ausgesucht. «Wann genau sie am Mittwoch beigesetzt wird, möchte die Familie geheim halten», sagt Roland Koster von der Appenzeller Polizei. Für die Öffentlichkeit wird ab 14 Uhr die Trauerfeier mit Lautsprechern auf den Platz vor der reformierten Kirche übertragen.

Das Schweizer Fernsehen, bisher bei allen Pressekonferenzen zum Fall Ylenia immer live dabei, verzichtet auf eine Übertragung des Gottesdienstes. «Auf ausdrücklichen Wunsch der Familie», sagt SF-Sprecher David Affentranger. Auch Fotografen müssen während der einstündigen Trauerfeier draussen bleiben. «Ebenso möchte die Familie keinen politischen Besuch wie zum Beispiel Bundesräte an der Beerdigung haben», sagt Kapo-Sprecher Koster.

Trauernde können ihre Gefühle in Kondolenzbüchern beider Kirchen Appenzells niederschreiben. Auch das Grab Ylenias wird nach der Trauerfeier öffentlich zugänglich sein. «Wir erwarten eine grosse Anteilnahme, werden aber nicht präsent sein», sagt Polizeisprecher Koster.

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