Jetzt prellt FDP-Boss Pelli vor «Vorgehen der SVP ist eine Schweinerei»

  • Publiziert: 19.04.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – Bisher hat er zum Fall Widmer-Schlumpf höflich geschwiegen. Am Parteitag seiner FDP ist Präsident Fulvio Pelli jetzt aber der Kragen geplatzt

Eigentlich sollte sich die FDP heute an ihrem Parteitag ein neues Programm geben und aufzeigen, wo die Freisinnigen stehen. Vorerst hat in Bern aber vor allem Parteichef Pelli für Wirbel gesorgt. Nach langem, vornehmem Schweigen hat er in seiner Rede zum Rundumschlag ausgeholt.

Das Verhalten von Blocher, Brunner und Co. im Fall Widmer-Schlumpf sei eine «Schweinerei», schimpfte Pelli. Die neue Justizministerin sei klar eine bürgerliche Bundesrätin, aber keine Heldin. Sie habe die Interessen ihrer Partei grob missachtet.

Die SVP verhalte sich aber in solchen Situationen schon seit Jahrzehnten so, sagte Pelli. Bisher hatte sich Pelli stets zurückgehalten, sich zur Rücktritts- und Austrittsforderung der SVP an Bundesrätin Widmer-Schlumpf zu äussern. Das nütze nur der SVP und lenke von Sachthemen ab.

Ihr Fett weg kriegten in Pellis Rede allerdings auch SP und CVP: Schliesslich hätten die gleichen Personen, die Widmer-Schlumpf zur Bundesrätin machten, sie durch ihr Auftreten in einem Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehens wieder fallen gelassen. (SDA/bih)

Geschlossenheit!

Drei Kernthemen wollen die Freisinnigen in den nächsten Jahren vertreten:Arbeitsplätze,nationaler Zusammenhalt undschlanker, bürgerfreundlicher Staat Der FDP-Parteipräsident Fulvio Pelli ruft die Partei zu Geschlossenheit, Einheit und Härte für die liberale Sache auf. Sobald die Vorlagen zu diesen Kernthemen diskutiert und beschlossen seien, würden keine öffentlichen Auseinandersetzungen mehr darüber toleriert. Pelli erwartet von den Parteimitgliedern, dass sie «schweigen, wenn die persönliche Meinung mit derjenigen der Partei nicht übereinstimmen sollte.Sechs bekannte Nationalrätinnen und Nationalräte sollen die Kernthemen in der Öffentlichkeit vertreten. Als so genannte «Leuchttürme» sind Isabelle Moret (VD), Johann Schneider-Ammann (BE), Ignazio Cassis (TI), Christa Markwalder (BE), Philipp Müller (AG) und Christian Lüscher (LPS/GE) vorgesehen.
play Ungewohnt polemisch: Fulvio Pelli versucht der SVP einzuheizen. (Reuters)

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