Von Aeschs Waffe gefunden – Demo verboten

  • Publiziert: 20.09.2007, Aktualisiert: 03.01.2012

APPENZELL – Der Bezirksrat Appenzell hat die Bewilligung für eine Kundgebung «Gegen Kinderschänder und Gewalt an Kindern» widerrufen. Wollten Neo-Nazis und linke Chaoten mitmachen? Derweil wurde Von Aeschs Revolver gefunden (siehe Box unten).

Der Bezirksrat hatte das Gesuch einer Privatperson für eine Demonstration am kommenden 13. Oktober in Appenzell ursprünglich gutgeheissen. Inzwischen hätten sich aber einige Veränderungen ergeben, die einen Widerruf der Bewilligung gerechtfertigt erscheinen liessen, heisst es in der Mitteilung von heute Donnerstag.

So sei es heute traurige Gewissheit, dass Ylenia nicht mehr am Leben sei. Angehörige und Bevölkerung seien davon sehr betroffen und versuchten, die Situation bestmöglich zu verarbeiten. Es wäre nach Ansicht des Bezirksrats unpassend, die Angehörigen in ihrer Trauerarbeit durch eine innert Monatsfrist stattfindende Demonstration zusätzlich zu belasten.

Zudem werde auf verschiedenen Webseiten, die vom Erscheinungsbild und vom Inhalt her eindeutig der rechtsradikalen Szene zuzuordnen seien, zur Teilnahme an der Kundgebung aufgerufen. Dies lasse darauf schliessen, dass in Appenzell ein Grossaufmarsch geplant sei, der auch die linksradikale Szene mobilisieren könnte.

Dieser politische Streit könnten die öffentliche Sicherheit und Ruhe gefährden. Der Schutz der Demonstrationsteilnehmer und des öffentlichen Raums könnte nur mit massiv verstärkten Massnahmen sichergestellt werden. Der Bezirksrat hat deshalb die erforderlichen Verfahrensschritte zur Aufhebung der Bewilligung eingeleitet. (AP)

Konto schon eröffnet!

Die von Ylenias Angehörigen geplante Stiftung zur Unterstützung benachteiligter Kinder in der Schweiz und im Ausland soll in den nächsten Wochen errichtet werden. Für allfällige Spenden sei bereits das Postcheckkonto PC 85-120000-0 eröffnet worden, liess Ylenias Mutter heute über die Kantonspolizei Appenzell-Innerrhoden mitteilen.

Tatwaffe gefunden

Heute hat die Kantonspolizei die mutmassliche Tatwaffe gefunden, mit der Von Aesch am 31. Juli 2007 auf einen 46-jährigen Mann geschossen hat. Der Revolver wurde bei einer Suche auf dem möglichen Fluchtweg von Urs Hans Von Aesch zwischen dem Hartmannswald und Billwilerhalde (Fundort Von Aesch) in einem Waldstück entdeckt. Die Waffe wird jetzt kriminaltechnisch genau untersucht. (snx)
play Trauerfeier für Ylenia ja (am vergangenen Sonntag) – Demo nein! (RDB)

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