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«Bankdirektor»-Betrug: Vom Millionen-Deal blieb nur der Koffer

Ein braver Geschäftsmann will sich mit Investoren treffen und bringt 2,2 Millionen Franken mit. Das Geld übergibt er einem netten Bankdirektor – und sieht es nie wieder.

Von Myrte Müller | Aktualisiert um 00:13 | 21.11.2009
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Manu B.* (39) kann es noch immer nicht glauben: «Es war alles so sicher. So professionell.» Und doch ist es passiert: In einer richtigen Bank ging ein falscher Direktor mit einem Koffer voller Geld stiften. Dem Geld von Manu B.

Ein abgekartetes Spiel, lange vorbereitet. Davon ist Manu B. heute überzeugt. Seit 30 Jahren macht der Unternehmer Geschäfte in der Schweiz. Er fühlte sich hier immer sicher.

«Ich suchte Investoren für ein Energie-Projekt in Spanien». Mindestens 15 Millionen Euro muss er dafür auftreiben. Er findet die Investoren in London: Angehörige einer angesehenen französischen Familie. Glaubt Manu B.

Zehn Millionen Euro versprechen sie. Auch er treibt einen Anteil auf: 2,2 Millionen Franken. Ein «Vertrauter» der Familie stellt sich als Herr Di Benedetti vor. Er lädt zum Treffen in Bellinzona. Dort habe er Kontakte.

In der Tat darf der Italiener einen Raum der Privatbank Società Bancaria Ticinese benutzen. Manu B. hat sein Geld dabei. Di Benedetti nicht.

Es klopft an der Tür. Ein Herr in Anzug tritt ein. «Der Bankdirektor», sagt Di Benedetti. Dieser macht Manu B. ein Angebot: «Es ist gleich zwölf Uhr. Wir machen Mittag. Sie können später weiterverhandeln. Geben Sie mir Ihren Koffer. Ich schliesse ihn im Safe ein», sagt der Direktor.

Manu B. ahnt nichts Böses, lässt seine Millionen in der Bank und geht essen. Als er wiederkommt sind alle weg: der Partner aus London, der falsche Bankdirektor – und das Geld. Manu B.: «Ich rief sofort die Polizei».

Zu spät. Denn jetzt kommt ans Licht, dass der angebliche Investor aus London ein Betrüger ist. Er ködert seine Opfer mit dem guten Namen der Familie. Diese kennt Di Benedetti gar nicht und hat nun auch Anzeige erstattet. Und natürlich ist auch der Bankdirektor ein Fake.

Manu B. wendet sich an den «Corriere del Ticino» und BLICK. «Ich muss doch vor diesen Verbrechern warnen!»

*Name bekannt
In diesem Koffer hatte Manu B. 2,2 Millionen Franken. Der Koffer ist noch da – das Geld weg.
In diesem Koffer hatte Manu B. 2,2 Millionen Franken. Der Koffer ist noch da – das Geld weg.
Das sagen Blick.ch-Leser
Hugo Ferrari, Rotkreuz - 13:00 | 21.11.2009
» Dem 'armen' Betrogenen sollte man genauer auf die Finger schauen. Warum war sein Geld in einem Köfferchen? Der Betrogene hat sicher auch Dreck am Stecken!
Werner Bieinisowitsch, Sant Jordi - 09:44 | 21.11.2009
» Und wieder hat ein (zu) gutgläubiger, wegen Geldgier (hohe Renditen) sein Geld verloren, weil die Leute, wenn sie das Dollar-Symbol in den Augen haben, davon blind werden, und vor Geilheit auf den fetten Gewinn nicht mehr richtig denken können, ich meine, selber schuld. Diese Betrüger finden jeden Tag einen Trottel wie dieser Geschäftsmann, es hat genug davon, schuld ist aber eben die Geldgier der Menschen, sie haben nie genug, wollen immer mehr.
Daniel Stäheli, Geldfutsch - 09:43 | 21.11.2009
» Manu B ist 39 und macht seit 30 Jahren Geschäfte in der Schweiz...da fehlte einfach die Zeit für die Ausbildung...
Pierre-André Schlumberger, Horgen - 09:12 | 21.11.2009
» Kann ich bitte die Adresse von Manu B. haben? Ich biete ihm eine Topp- Investitionsmöglichkeit im Bereich Lesebücher in Baumschulen. Gegen Barübergabe von 5 Millionen Franken ist das ein Schnäppchen! Für weitere 2 Millionen gibt's dazu ein Mathematikbuch für Bonsaibäumchen.
Kristin Bischof, Oberägeri - 09:02 | 21.11.2009
» @jörg ich schliesse mich deiner meinung an.wie kann man nur so blöd sein und sich vorher nicht genau "absichern" ob da alles stimmt!!!!!!!!!!!!
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