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Wie siehts mit der Zukunft der Schweizer Bauernhöfe aus? Bauer Kurt Bucher (43) und Auszubildender Fabian Bieri (16) auf dem Familienbetrieb der Buchers in Ferenbalm BE. (EQ Images)
Blick.ch: Herr Bucher, was ist denn Ihre Vision für den Schweizer Bauernhof der Zukunft?
Kurt Bucher: Das ist ein Familienbetrieb wie unserer im Bernbiet. Auf 30 Hektaren erarbeiten wir mit gesunden Nahrungsmitteln ein ausreichendes Einkommen.
Aber in Zukunft wird der Lohn der Bauern auch mit Subventionen und Direktzahlungen nicht garantiert sein – oder?
Stimmt. Das Risiko gehört dazu. Das ist bei einem Bauern ganz natürlich. Die Ernte ist halt nicht immer gleich. Mich stört das nicht.
Aber macht der Nachwuchs da noch mit?
Wir Bauern haben immer noch einen grossen Vorteil: Wir sind unser eigener Herr und Meister. Trotz allen Vorschriften.
Ihre Hauptabnehmer, Migros und Coop, werden Ihnen aber das Leben schwermachen.
Stimmt. Die ständige Preisdrückerei ist mühsam. Die Grossverteiler machen Riesengewinne und bauen Riesenkonsumtempel. Das zahlen wir – und die Konsumenten.
Was wollen Sie dagegen unternehmen?
Die Grossverteiler sollen ernst machen mit ihrer Werbung: «Aus der Region». Die bieten viel zu viele exotische Produkte an. Die langen Transportwege schaden auch dem Klima.
Bundespräsidentin Doris Leuthard will ja ein Freihandelsabkommen mit der EU. Der Bauernverband ist strikt dagegen. Und Sie?
Frau Leuthard hat in ihrer Neujahrsansprache gesagt, die Schweizer seien ein gesundes Volk und könnten selbstständig entscheiden. Das finde ich auch.
Einige Kollegen haben aber ihre dreckigen Gummistiefel nach der Bundesrätin geworfen…
…sie haben aber nicht getroffen!
Bedauern Sie das?
Man sollte lieber miteinander reden. Jetzt verweigert Frau Leuthard unserer Fachpresse das Gespräch. Das finde ich nicht richtig. Ich wäre auch bereit, über ein Abkommen mit der EU zu reden.