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«Wir wissen, dass die Verkehrssituation in Dottikon ein ewiges Diskussionsthema ist und viele schon gar nicht mehr hinhören mögen.» So beginnt der Brief der Familie M.* (Name geändert) an die Gemeinde. Er stammt vom 5. Dezember 2008 – 2 Jahre bevor der 17-jährige Italiener Vincent B.* am Mittwochmorgen auf einem Zebrastreifen in der Bahnhofsstrasse von zwei Autos totgefahren wurde.
Die Familie appellierte an die Gemeinde:
«Für uns ist die momentane Verkehrssituation für die Schüler beider Schulhäuser und Kindergärtner untragbar. (...) Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass aus unserer Sicht nicht bloss die Bahnhofsstrasse sondern auch die Wohlerstrasse ein massives Sicherheitsrisiko darstellt. Der Verkehr um die Hauptverkehrszeiten ist derart intensiv, dass einem schon alleine beim Warten an der Ampel bange wird.
Wir bitten Sie aus diesem Grunde dringendst kurzfristige Sofortmassnahmen für die Verkehrssicherheit einzuleiten ohne das langfristige Ziel einer massiven Verkehrsberuhigung aus den Augen zu verlieren. Ein Verkehrstoter mehr in Dottikon wäre ein zu hoher Preis.»
Doch die Gemeinde Dottikon schob die Lösung des Problems auf. Sie antwortete am 23. Dezember 2008:
«Wir verstehen Ihre Sorgen. (...) Da die Hauptachsen durch unser Dorf jedoch Kantonsstrassen darstellen, sind unsere eigenen Möglichkeiten sehr eingeschränkt. (...) Wir arbeiten an Verbesserungsmöglichkeiten. Leider ist deren Realisierung wegen der unterschiedlichsten Interessen und der langen Instanzenwege oft sehr schwierig und zeitraubend. Wir versichern Ihnen aber, dass wir auch in diesem Bereiche das uns Mögliche tun.»
Beide Schreiben liegen Blick.ch vor. Der Gemeindeammann von Dottikon war heute für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Erneut 16-Jährige mittelschwer verletzt
Zebrastreifen werden hierzulande viel zu oft zu Todesfallen. Alleine in dieser Woche kam es in der Schweiz zu mindestens neun Unfällen auf Zebrastreifen mit Toten und Verletzten.
Heute teilte die Kantonspolizei Aargau mit, dass gestern erneut ein 16-jähriges Mädchen im Magden auf einem Fussgängerstreifen angefahren wurde. Eine Honda-Fahrerin (39) habe das Mädchen zu spät erkannt und mit ihrem Auto erfasst. Das Mädchen wurde mittelschwer verletzt. Es musste mit Prellungen und Kopfverletzungen ins Spital gebracht werden.
*Namen der Redaktion bekannt