Schweinegrippe Verwirrung um Pandemie

  • Publiziert: 11.06.2009, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Michael Scharenberg

BERN – Die WHO, Weltgesundheits-Organisation, hat heute Pandemie-Alarm für die Schweinegrippe gegeben. Doch Thomas Zeltner, Direktor Bundesamt für Gesundheit, beruhigt die Schweizer.

WHO-Direktorin Margaret Chan hat offiziell wegen der Influenza A(H1N1) die höchste Alarmstufe ausgerufen und die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt. «Der Pandemiealarm gilt selbstverständlich auch für die Schweiz.» Das bestätigte Thomas Zeltner, Direktor des Bundesamts für Gesundheit, in der Tagesschau von SF1.Gleichzeitig betonte Zeltner, es gebe keinen Anlass, in der Schweiz zusätzliche Massnahmen anzuordnen.Im Prinzip gelte: Wer aus einer Hochrisiko-Region zurückkehre, solle sich bei Grippe-Anzeichen in den ersten sieben Tagen beim Arzt melden. Dazu zählen: Mexiko, USA, Kanada, Chile, Panama, Victoria (Australien) und die Dominikanische Republik.Aber trotz Pandemie-Alarm: Wir müssen im Tram oder am Arbeitsplatz keine Atemmasken tragen! Wir müssen keinen Impfstoff kaufen! Wir müssen unsere Reisepläne für die Sommerferien nicht ändern!Vorläufig bestehe für die Bevölkerung kein erhöhtes Risiko, sagte Zeltner. Insgesamt kam es bisher zu 20 Erkrankungen in der Schweiz. 19 Personen infizierten sich im Ausland mit dem Virus. Lediglich eine Frau wurde in der Schweiz angesteckt, aller Wahrscheinlichkeit nach durch eine Person, die in den USA weilte.Zeltner bezeichnete die aktuelle Schweinegrippe sogar als «moderate» Form eines Grippevirus. Der Grossteil der Fälle gehe glimpflich aus, häufig auch ohne ärztliche Behandlung. WHO-Direktorin Chan sagte das Gleiche. Die Infektionen verliefen bisher relativ mild. «Aber das kann sich ändern.» Denn das «Virus ist sehr unberechenbar». Deswegen müsse damit gerechnet werden, dass das Virus sich weiter verbreite.

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