Versicherungsbetrug Keine Detektive mehr bei der Suva

LUZERN - Die Suva verzichtet vorläufig auf den Einsatz von Detektiven bei der Missbrauchsbekämpfung. Dies teilte der Unfallversicherer heute nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte mit. Bis anhin observierte die Suva mutmassliche Versicherungsbetrüger in Einzelfällen.

Suva: Verzichtet vorerst auf Detektive bei Missbrauchsbekämpfung play
Keine Detektive mehr! KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

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Am Dienstag hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden, dass die Schweiz über keine ausreichende Gesetzesgrundlage für die Observierung von Versicherten verfügt. Die Strassburger Richter rügten die Observation eines Unfallopfers mithilfe von Privatdetektiven eines Versicherers als Verstoss gegen das Recht auf Schutz des Privatlebens. Eine 62-jährige Züricherin erhielt dabei Recht.

Beim Urteil handele es sich nicht um einen Fall der Suva, teilte der Unfallversicherer am Donnerstag mit. Die Suva nehme das Urteil zur Kenntnis. Als Sofortmassnahme vergibt die Suva vorläufig keine neuen Observationsaufträge mehr. Sie wolle das Urteil analysieren und mögliche Konsequenzen sorgfältig prüfen. Danach entscheide die Suva über das weitere Vorgehen.

Pro Jahr zehn bis 15 Einsätze

Privatdetektive setzte die Suva bis anhin in Einzelfällen ein, wie es in der Mitteilung heisst. Pro Jahr kamen sie bei etwa 10 bis 15 Verdachtsfällen zum Einsatz. Eine Observation bedeute einen massiven Eingriff in die Privatsphäre der Versicherten, schreibt die Suva. Privatdetektive seien ausschliesslich nach gründlichen Abklärungen und nur als letzte Massnahme in Betracht gezogen worden. Die Suva habe sich dazu stets an der aktuellen Rechtsprechung orientiert.

2015 klärte die Suva insgesamt 574 Verdachtsfälle ab. Seit der Einführung der Missbrauchsbekämpfung 2006 konnte die Suva laut eigenen Angaben 117 Millionen Franken an Prämiengeldern einsparen.

Arztuntersuchungen oder Zeugenbefragungen

Um möglichen Betrügern auf die Schliche zu kommen, kann die Suva unter anderem selber Arztuntersuchungen anordnen, Abklärungen vor Ort machen oder Zeugen befragen. Zudem kann sie Angaben und Unterlagen bei anderen Sozialversicherern oder Behörden einsehen.

Die grosse Mehrheit der Kunden beziehe zurecht Leistungen, betont die Suva. Aber einige wenige könnten einen Millionenschaden zu Lasten der ehrlichen Prämienzahler anrichten. Mit der Missbrauchsbekämpfung würden die Prämienzahler geschützt. (SDA/stj)

Publiziert am 20.10.2016 | Aktualisiert am 20.10.2016
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14 Kommentare
  • werner   zuercher aus Pfaffnau
    21.10.2016
    all die zugewanderten drückeberger mit angeblichen rückenschmerzen, schleudertrauma etc., die sich tags kaum bewegen können. deren schmerzvollen gesichter wirklich zum erbarmen sind, das nachtleben aber wie gesunde menschen geniessen können. die ihre geschäfte, wie autoschieberei, drogen, frauen, waffenhandel, etc. im geheimen treiben, wird dieses urteil freuen!
  • Christoph  Immoos aus Basel
    20.10.2016
    Ich glaube, dass es sich hier um ein formaljuristisches Urteil handelt und die Richter möglicherweise für die Observation wären aber nicht sein können. Es fehlen aber die Gesetze in der Schweiz. Es läge an unserem Parlament die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen um solche MRK Urteile zukünftig zu verhindern. Aber in Bern kümmert man sich lieber um den Nachwuchs von Pottwalen und dem Wohlbefinden von Wirtschaftsflüchtlingen anstatt mit wirklich wichtigen Dingen.
  • Hans-Peter  Brechbühl 20.10.2016
    Wieder eine Institution mehr die vor der EU, respektiv
    vor dem Europäischen Gerichtshof in die Knie geht.
    Obschon erwiesen ist dass durch die SUVA Detektiven
    viele Betrügereien aufgedeckt werden konnten.

  • Joachim  Germann aus St. Gallenkappel
    20.10.2016
    Wenn etwas ausartet muss es gestoppt werden. Es kann nicht angehen, dass Behörden Arztberichte ignorieren und gleich in jedem Bürger einen Betrüger sehen. Für Strafuntersuchungen ist die Polizei zuständig und nicht Dedektive die unter Erfolgsdruck stehen und pro Tag CHF 10000.00 für Ueberwachungen die hole Hand machen!
  • Nelly  Eichenberger aus Oberlunkhofen
    20.10.2016
    Ich komme immer wieder mit Versicherungsbetrüger/innen in Kontakt, arbeitslos und voll tätig, IV Bezüger aber können den ganzen Tag arbeiten, (Hobby), es müsste nur jedem Bezüger eine Information zur Unterschrift mit entsprechendem Hinweis vorgelegt werden, selbst Rechtsanwälte müssen in die Pflicht genommen werden. Zudem frage ich mich, wann die Renten dem Landesindex und der Wärung unterworfen werden, es steht doch keinem zu, dass er mehr bezieht als ein Inländer.