Vergiftungen Giftberatungsstelle verzeichnet neuen Rekord an Anfragen

Hochbetrieb bei der Giftberatungsstelle: 39'543 Anrufe hat Tox Info Suisse im vergangenen Jahr gezählt. Das sind so viele wie noch nie. Am häufigsten waren Vergiftungen mit Medikamenten, ein Teil davon kam durch Verabreichungsfehler zustande.

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Auch Fehler bei der Anwendung von Medikamenten können zu Vergiftungen führen. (Symbolbild) KEYSTONE/APA/BARBARA GINDL

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92 Prozent der Anfragen erfolgten aufgrund eines Giftkontakts, 8 Prozent waren vorsorglicher Natur, wie Tox Info Suisse am Donnerstag mitteilte. Die telefonische Notfallberatung unter der Nummer 145, auch via Tox Info App, steht Laien und Fachpersonen rund um die Uhr zur Verfügung.

Am häufigsten waren Vergiftungen mit Medikamenten, Haushaltsprodukten und Pflanzen. Diese machen zusammen 70 Prozent aller Vergiftungsfälle aus. Besonders häufig betroffen waren Kinder (55 Prozent), davon 84 Prozent im Vorschulalter.

Typischerweise handelt es sich dabei um Unfälle, wie es in der Mitteilung heisst. Bei Erwachsenen stehen beabsichtigte Selbstvergiftungen im Vordergrund.

Wie viele Menschen durch Vergiftungen im vergangenen Jahr gestorben sind, ist noch unklar, wie Hugo Kupferschmidt, Direktor der Stiftung Tox Info Suisse, gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Die entsprechenden Zahlen werden im Sommer publiziert.

Täglich vergiften sich in der Schweiz 30 Menschen mit Medikamenten, knapp die Hälfte davon Kinder, meist im Vorschulalter. Vergiftungen mit Medikamenten verlaufen überdurchschnittlich schwer. Ein Teil davon werde durch Verabreichungsfehler verursacht, die mit erhöhter Aufmerksamkeit und Vorsicht vermeidbar wären, schreibt Tox Info Suisse.

Grosse Risiken für Medikationsfehler sind Situationen, in denen Patienten die Verabreichung nicht selbst überwachen können oder wenn ein Betreuungswechsel stattfindet, etwa in Heimen.

Zu Verwechslungen kann es auch kommen, wenn es verschiedene Darreichungsformen gibt. So können Medikamente, die nur einmal wöchentlich gegeben werden dürfen, bei täglicher Einnahme zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen. (SDA)

Publiziert am 05.01.2017 | Aktualisiert am 05.01.2017
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