Vater (46) des kleinen Cyrill (†2) verurteilt Fahrlässige Tötung!

BRUGG AG - Der kleine Cyrill (†2) ertrank im April 2015 in der Reuss. Gestern stand sein Vater (46) in Brugg AG vor Gericht. Vorwurf: fahrlässige Tötung. Der Prozess endete in einem bitterbösen Rosenkrieg – und mit einem Urteil, das wohl weitergezogen wird.

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Im Anzug erschien M. A.* (46) gestern vor dem Bezirksgericht in Brugg AG. Der gelernte Schreiner ist der fahrlässigen Tötung angeklagt. Grund: Er soll sorglos gehandelt haben, als er am 25. April 2015 mit seinem Sohn Cyrill (†2) an der Reuss unterwegs war. Der Kleine stürzte ins Wasser und ertrank (BLICK berichtete).

Vor Gericht zeigt M. A. keine Einsicht. Genervt antwortet er auf Fragen und erzählt, wie er damals (getrennt von der Mutter lebend) ein Papi-Wochenende mit Cyrill hatte. Zum Vorfall nur so viel: Sie hätten an jenem Abend zu Hause gegessen. Dann seien sie an die Reuss, hätten ein Feuer und Fotos gemacht.

Vater will nur kurz auf Tafel geschaut haben

Warum nahm er seinen Sohn trotz Hochwasser, aufkommendem Regen und einbrechender Dunkelheit nicht an die Hand? «Cyrill lief immer neben mir», sagt M. A. Er habe auf dem Rückweg kurz auf eine Tafel geschaut – plötzlich sei Cyrill weggewesen.

Der Staatsanwalt ist sicher, dass der Sohn noch nicht nach Hause wollte. M. A. sei dennoch «rund 60 Meter» davongelaufen und habe sich nicht vergewissert, ob sein Sohn ihm folge. Dies beweise auch eine Telefonüberwachung nach dem Vorfall. In einem Gespräch habe M. A. gesagt: «Effektiv habe ich Cyrill nicht ganz genau unter Kontrolle gehabt.» 

M. A. soll nach dem Vorfall laut Zeugen nicht mal nach seinem Sohn geschrien haben. Zudem habe er ruhig gewirkt und erst auf Aufforderung die Polizei alarmiert.

Mutter wartet bis heute auf Entschuldigung

Die Anwältin von Cyrills Mutter spricht von Streit um Unterhaltszahlungen. Davon, dass M. A. 1000 Franken Todesfall-Geld von Cyrills Krankenkasse einsackte. Er habe sich zudem nie bei ihr entschuldigt. Sein Verteidiger spricht von einer Unachtsamkeit des Vaters: «Er macht sich Vorwürfe.» 

Erst am Schluss sagt M. A.: «Cyrill fehlt mir immer noch im Herzen.» Das Gericht folgte dem Antrag des Staatsanwalts: 18 Monate bedingt und 2000 Franken Busse wegen fahrlässiger Tötung. Seiner Ex-Frau muss er 35’000 Franken Genugtuung zahlen. Doch kein Geld der Welt bringt ihr Cyrill zurück.

* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 30.11.2016 | Aktualisiert am 30.11.2016
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12 Kommentare
  • Daniela  Ponti 30.11.2016
    Ein liebender Vater bricht normalerweise in allergrösste Verzweiflung aus - wenn ein Kind neben einem Fluss nicht sofort auffindbar ist. Dieses Exemplar scheint ein ziemlich abgebrühter Mensch zu sein, dem ich vieles zutraue. Dieses Urteil ist skandalös, ein Witz und dem toten Kind gegenüber sehr respektlos.
  •   , via Facebook 30.11.2016
    Er habe nur kurz auf eine Tafel geschaut - und genau in diesen wenigen Sekunden soll sein Soehnchen ins Wasser gefallen sein. Außergewöhnlich, dass der Vater nicht verzweifelt nach seinem 2-jährigen Kind gerufen hat. Ob es ein Racheakt gegen seine Frau gewesen ist oder ob er sich einfach von den Alimenten befreien wollte oder ob es wirklich ein Unfall war, weiss nur er allein.
  • Hans  keller aus Ehrendingen
    30.11.2016
    Das Geld für die Mutter ist frech, heutzutage wird überall und für alles Geld herausgeschlagen.
  • Never  up! aus Zürich
    30.11.2016
    Klar, ist ja nur ein Mann. Während dem die Mutter, die ihr Kind im Sommer in der Hitze im Auto sterben liess, nicht mal angeklagt wird. Die Misandrie trieft aus allen Poren der Justitia.
  • Patrik  Finck 30.11.2016
    Dieser Vater scheint mir sehr berechnend.

    Die Genugtuung von nur 35,000 Fr. ist ein Klacks im Vergleich zu den Alimenten die er während 16 Jahren mindestens noch hätte zahlen müssen.

    Ich unterstelle ihm, dass er sich von den Alimenten befreien wollte.
    • timo  schenker 30.11.2016
      Ganz ehrlich? Würde mich nicht wundern! Als Mann mit Kind ist man einfach der Verlierer. Finanziell wie auch Emotional - die Mutter hat immer recht.