Keine Munition – Schönwetter-Kampfflugzeuge – Soldaten schiessen aufeinander: Unsere Schrott-Armee
BERN – Unsere Panzer kommen kaum durch einen Bach, unsere Soldaten schiessen auf sich selbst statt auf den Feind. Unsere Armee: teuer und schrottreif.
Von Henry Habegger und Simon Spengler | Aktualisiert um 14:36 | 01.09.2008
Oh armes Vaterland! Über 10 Milliarden geben wir jähr-
lich für die Landesverteidigung aus. Ein guter Teil geht für Fehlplanungen, Konzeptlosigkeit und Filz drauf.
Drohnen: Die hochgelobte Aufklärungsdrohne, die auch bei der Euro zum Einsatz kam, kann nicht allein fliegen. Sie muss meist von Helikoptern begleitet werden. Weil das VBS vergass, ein Freund/Feind-Erkennungssystem einzubauen.
Personalführung: Es fehlt die Wertschätzung. Das VBS-Personal ist frustriert, besonders Berufsoffiziere klagen. Wer kann, sucht das Weite. Es fehlt die Verankerung im Volk: Wer nicht studiert, wird kaum Offizier.
Beförderungen: Fehlbesetzungen ohne Ende: Logistikchef Werner Bläuenstein, Luftwaffenchef Walter Knutti, Armeechef Roland Nef. Intern heisst es: Wer kein Verfahren am Hals hat, wird nicht befördert.
Stationierungskonzept Luftwaffe: Die Konzentration auf drei Standorte war ein Flop. Piloten wandern ab, Standortgemeinden rebellieren gegen zunehmenden Lärm. Die neuen Kampfjets werden dazu noch lauter als die alten.
Militärische Bauten: Fehlinvestitionen am Laufmeter. Gegen 100 Millionen wurden in den Panzerschiess-platz Wichlen GL investiert. Er ist kaum zur Hälfte ausgelastet.
Wachdienst: Statt auf den Feind schiessen unsere Soldaten immer öfter auf die eigenen Kameraden. Beim Wachdienst mit durchgeladener Waffe kam es schon zu einem halben Dutzend «unbeabsichtigten Schussabgaben». Ein Glück, sind die Soldaten nicht sehr treffsicher. Es blieb bei Verletzungen.
Munition: Unsere Soldaten haben zwar dicke Kanonen, aber kaum Munition. Wie «10 vor 10» berichtete, gehen für Granatwerfer, Panzerfäuste und den Leopard-Panzer die Böller aus.
Panzer: Am Dienstag sollten 20 Schützenpanzer 2000 des Panzergrenadier-Bataillons 29 die Thur durchqueren. Zwei schafften das Flüsschen nicht und blieben im knietiefen Wasser liegen. Fehlplanung auch beim Heer: Anfang der 90er-Jahre wurden 380 deutsche Leopard für 3,53 Milliarden beschafft. 148 wurden bloss fünf Jahre später wieder eingemottet.
Generäle: Die Grossübung «Stabilo» von November 07 zeigte laut «NZZ am Sonntag» die totale Überforderung der Armeespitze. Die wussten nicht mal, wie viele Truppen bereit waren.
Elektronik: Für 700 Millionen kaufte die Armee das elektronische Führungssystem FIS. Zu dumm: Es passt nicht zum bestehenden Informationssystem FABIS.
Armeelogistik: Das nackte Chaos. Manche Truppen erhalten ihr Material nicht. Wenn doch, ist es kaputt. Kürzlich berichtete ein Soldat von einer Einheit, die für den WK 12 Leopard-Panzer benötigte. 10 konnten bezogen werden, bloss 7 konnten fahren.
Flugzeugflotte: Ist in schlechtem Zustand, Maschinen sind schlecht gewartet. Mit ein Grund: Mechaniker sind wegen Organisations- und Führungschaos nicht mehr motiviert.
Kommunikation: Zwar beschäftigen VBS und Armee ein Heer von Kommunikationsleuten. Aber sie schaffen es nicht, ihre Adresslisten à jour zu halten. Ende Juli wurde die grüne Ex-Nationalrätin Pia Hollenstein als Mitglied der Militärkommission für ein internes Seminar eingeladen. Thema: Krisenkommunikation. In der Krise ist aber die Armee selbst: Hollenstein ist schon seit zwei Jahren nicht mehr dabei.
lich für die Landesverteidigung aus. Ein guter Teil geht für Fehlplanungen, Konzeptlosigkeit und Filz drauf.
Drohnen: Die hochgelobte Aufklärungsdrohne, die auch bei der Euro zum Einsatz kam, kann nicht allein fliegen. Sie muss meist von Helikoptern begleitet werden. Weil das VBS vergass, ein Freund/Feind-Erkennungssystem einzubauen.
Personalführung: Es fehlt die Wertschätzung. Das VBS-Personal ist frustriert, besonders Berufsoffiziere klagen. Wer kann, sucht das Weite. Es fehlt die Verankerung im Volk: Wer nicht studiert, wird kaum Offizier.
Beförderungen: Fehlbesetzungen ohne Ende: Logistikchef Werner Bläuenstein, Luftwaffenchef Walter Knutti, Armeechef Roland Nef. Intern heisst es: Wer kein Verfahren am Hals hat, wird nicht befördert.
Stationierungskonzept Luftwaffe: Die Konzentration auf drei Standorte war ein Flop. Piloten wandern ab, Standortgemeinden rebellieren gegen zunehmenden Lärm. Die neuen Kampfjets werden dazu noch lauter als die alten.
Militärische Bauten: Fehlinvestitionen am Laufmeter. Gegen 100 Millionen wurden in den Panzerschiess-platz Wichlen GL investiert. Er ist kaum zur Hälfte ausgelastet.
Wachdienst: Statt auf den Feind schiessen unsere Soldaten immer öfter auf die eigenen Kameraden. Beim Wachdienst mit durchgeladener Waffe kam es schon zu einem halben Dutzend «unbeabsichtigten Schussabgaben». Ein Glück, sind die Soldaten nicht sehr treffsicher. Es blieb bei Verletzungen.
Munition: Unsere Soldaten haben zwar dicke Kanonen, aber kaum Munition. Wie «10 vor 10» berichtete, gehen für Granatwerfer, Panzerfäuste und den Leopard-Panzer die Böller aus.
Panzer: Am Dienstag sollten 20 Schützenpanzer 2000 des Panzergrenadier-Bataillons 29 die Thur durchqueren. Zwei schafften das Flüsschen nicht und blieben im knietiefen Wasser liegen. Fehlplanung auch beim Heer: Anfang der 90er-Jahre wurden 380 deutsche Leopard für 3,53 Milliarden beschafft. 148 wurden bloss fünf Jahre später wieder eingemottet.
Generäle: Die Grossübung «Stabilo» von November 07 zeigte laut «NZZ am Sonntag» die totale Überforderung der Armeespitze. Die wussten nicht mal, wie viele Truppen bereit waren.
Elektronik: Für 700 Millionen kaufte die Armee das elektronische Führungssystem FIS. Zu dumm: Es passt nicht zum bestehenden Informationssystem FABIS.
Armeelogistik: Das nackte Chaos. Manche Truppen erhalten ihr Material nicht. Wenn doch, ist es kaputt. Kürzlich berichtete ein Soldat von einer Einheit, die für den WK 12 Leopard-Panzer benötigte. 10 konnten bezogen werden, bloss 7 konnten fahren.
Flugzeugflotte: Ist in schlechtem Zustand, Maschinen sind schlecht gewartet. Mit ein Grund: Mechaniker sind wegen Organisations- und Führungschaos nicht mehr motiviert.
Kommunikation: Zwar beschäftigen VBS und Armee ein Heer von Kommunikationsleuten. Aber sie schaffen es nicht, ihre Adresslisten à jour zu halten. Ende Juli wurde die grüne Ex-Nationalrätin Pia Hollenstein als Mitglied der Militärkommission für ein internes Seminar eingeladen. Thema: Krisenkommunikation. In der Krise ist aber die Armee selbst: Hollenstein ist schon seit zwei Jahren nicht mehr dabei.
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