Unschuldiger verlor alles 7 Jahre in der Sex-Hölle

2005 wurde Zlatan Basic (54) aus Trimbach SO von einer jungen Frau wegen Vergewaltigung angezeigt. Er verlor alles: Seine Familie, seine Firma. Jetzt entschied das Obergericht: Er ist unschuldig!

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Flüchtlingsfamilie aus Syrien wird weggewiesen Lasst diese Familie hier!
2 Gäste fehlen wegen Terror-Angst Am Oktoberfest ist Frustsaufen angesagt
3 Aus für Hundekurse Tierärzte warnen vor mehr Bissen

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
31 Kommentare
Fehler
Melden

Im ersten Leben war Zlatan Basic (54) aus Trimbach SO ein erfolgreicher Geschäftsmann, der drei gut gehende Cabarets führte. Der Umsatz von 1,2 Millionen Franken konnte sich sehen lassen. Genau wie seine hübsche Frau und die kleine Tochter.

Im zweiten Leben ist der gebürtige Bosnier, der 1971 in die Schweiz kam, ein angeblicher Vergewaltiger, der aufgrund einer falschen Anschuldigung sieben Jahre lang leiden musste. Krank, mit Hunderttausenden Franken Schulden, allein in einer kleinen Wohnung.

Sein Albtraum beginnt am Abend des 14. Novembers 2005. Die Schweizer Nati qualifiziert sich beim Barrage-Rückspiel in Istanbul für die Fussball-WM 2006 in Deutschland. Das Land jubelt, auch im Cabaret Twins in Olten ist die Stimmung bestens. Teilhaber Basic schmeisst für die Gäste ein paar Runden Schampus: «Nach dem Schlusspfiff entwickelte sich ein ausgelassenes Fest. Alle im Club waren gut drauf.»

Auch die brasilianische Go-go-Tänzerin Artemia (damals 28) feiert mit und macht ihrem Chef schöne Augen. Man tanzt, lacht und landet in der Nacht schliesslich gemeinsam in der Wohnung von Basic: «Meine Frau war nicht da. Ich habe Artemia gebeten, nicht ins Schlafzimmer zu gehen, weil meine ungarische Frau sehr eifersüchtig ist. Sie flippte schon bei fremden Parfumgerüchen oder Haaren aus.»

Vorwurf: mehrfache Vergewaltigung!

Die Brasilianerin legt sich trotzdem aufs Ehebett. Basic erinnert sich: «Sie wollte anfangs Geld von mir. Dann öffnete sie mir die Hose, begann meinen Penis in den Mund zu nehmen.» Viel passiert nicht. Nach einer missglückten Gallen-OP ist Basic impotent.

Die Medikamente liessen seinen Sexualtrieb komplett einschlafen.

Doch laut Artemia kommt es in ebendiesen Minuten zur Vergewaltigung. Noch am Morgen ruft sie die Polizei in die Wohnung. Die findet keine Spuren, die Tänzerin wirkt nach Angaben der Beamten gefasst. Dennoch erfolgt die Anzeige. Basic kommt für einen Tag in Untersuchungshaft. Der schwerwiegende Vorwurf: mehrfache Vergewaltigung!

Sofort spricht sich die vermeintliche Tat im Kanton Solothurn und den Etablissements herum. Basic wird von heute auf morgen geschnitten. Aus Freunden werden Feinde. Er stürzt von 1000 auf null. Seine drei Cabarets gehen zugrunde. Bei einem «Vergewaltiger» will keiner mehr feiern.

«Eine scheussliche Zeit»

Nach wenigen Monaten wendet sich auch seine Frau ab, zieht mit der Tochter aus der Wohnung.

Was folgt, sind sieben lange Höllenjahre in den Mühlen der Justiz. Der Ärger macht ihn krank. Basic wird depressiv. Medikamente und Anwaltskosten fressen die letzten Ersparnisse auf. Total verliert er zwischen 2005 und 2012 mehr als 250'000 Franken. Auch Immobi­lien und Beteiligungen sind irgendwann weg. Basic verbittert: «Wegen allem und jedem stand ich im Visier. Eine scheussliche Zeit!»

Erst bei der Gerichtsverhandlung im November 2011 zerfällt die Anklage. Die Richter glauben der Tänzerin nicht. «Artemia sagte auch vor Gericht nicht die Wahrheit. Die Folgen schienen ihr egal», so Basic. Nach dem Freispruch geht die Brasilianerin in Berufung, zieht diese jedoch zurück.

Vor wenigen Tagen kam die erlösende Post vom Obergericht: Freispruch vom Vorwurf der mehrfachen Ver­gewaltigung!

Kämpft Basic jetzt für eine Entschädigung? «Nach all den Jahren fehlt mir die Kraft», meint er. «Ich bin froh, dass ich das alles überlebt habe und den Namen Artemia nie wieder hören muss.»

Publiziert am 10.09.2012 | Aktualisiert am 10.09.2012
teilen
teilen
0 shares
31 Kommentare
Fehler
Melden
Zlatan Basic wurde zu Unrecht bezichtigt. Am Obergericht glaubte dem Go-go-Girl Artemia (l.) keiner. play

Zlatan Basic wurde zu Unrecht bezichtigt. Am Obergericht glaubte dem Go-go-Girl Artemia (l.) keiner.

Peter Gerber

Dauern Strafprozesse in der Schweiz zu lange?

Abstimmen

TOP-VIDEOS

31 Kommentare
  • Peter  Zillner , via Facebook 11.09.2012
    Ich habe auch am eigenen Leib schon erfahren müssen 2 X, dass
    ich unschuldig verurteilt wurde ! Aber was will man an aufklärender
    Intelligenz in einem Fall von Richtern in einem Bauernstaat schon
    erwarten ! Dazu sind div. mir zugefügte Kriminalitäten, wie z.B.
    der Diebstahl meines nagelneuen Golf GTI noch Kamai Tuning, von
    den Dieben oder Dieb zuschanden gefahren und aus meiner da-
    mals geschlossenen Garage, abgesperrtes Auto, alles ca. 15 Jahre her BIS HEUTE NICHT GEFUNDEN !! Betrüger bei meiner Frau mit hohem Geldbetrag, im Jan. 2012 angezeigt, bis jetzt kein
    Resultat, also 9 Monate her und div. Anderes ......mag gar nicht
    mehr darüber reden oder schreiben.. löscht mir nur noch ab..!!
  • Cédric  Rüegsegger , via Facebook 10.09.2012
    Wäre mal interessant zu wissen was passieren würde wenn ein Mann einfach so behauptet er sei von einer Frau vergewaltigt worden. Da würden alle nur lachen und den Mann nichtmal ernst nehmen auch wenn es die Wahrheit wäre. Ich bin auch für eine absolute Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, egal ob beim Job, Lohn etc etc. Dann aber bitte Gleichberechtigung über die "volle Distanz"!!! Also auch bei Scheidungen, Kinder, Schulden, Abzocke uvm!!! Heutzutage hat man als Mann einfach noch zuviele "gesetzliche Nachteile". Vielleicht sollten einmal wir Männer auf die Strasse gehen um für Gleichberechtigung zu Demonstrieren : ?!
  • Beat  Hartmann , via Facebook 10.09.2012
    Entweder gibt es Aussagen und Spuren oder es gibt sie nicht. Es muss rasch und gründlich untersucht werden. Allein aufgrund einer Aussage einer Person 7 Jahre Verfahren für so eine Sache, das ist einfach viel zu lange. Da haben wohl ein paar Verantwortliche ihre Verantwortung nicht rechtzeitig wahrgenommen. Das ist Rechtsverzögerung, rechtswidrig und entsprechend vom Staat zu entschädigen.
  • Fred  Bartlome 10.09.2012
    Die Richter sind frauenhoerig - die gefaellten Urteile sprechen Baende.
  • roland  hersche 10.09.2012
    sorry 1.2 millionen im jahr umsatz und jetzt nichts mehr wie geht das
    gruss aus hammamet r.hersche
    • Evel  Knievel aus Kampala
      10.09.2012
      umsatz nicht gleich gewinn herr hersche... auch schon mal gehört?