Unispital Lausanne sucht verzweifelt Frauen Fett werden für die Forschung

Per Inserat sucht das Universitätsspital in Lausanne Frauen, die bereit sind, für eine Studie sechs Wochen lang Chips, Mars und Schoggi-Brötchen in sich reinzustopfen. Probandinnen zu finden, sei schwer.

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Wie im Film «Supersize Me» sollen Probanden für die Wissenschaft möglichst viel Ungesundes in sich reinstopfen. VOISIN/PHANIE

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Ein Forscherteam aus Lausanne spielt «Supersize Me». Die Probanden müssen Ungesundes in sich reinstopfen, um zu messen, wie der Körper darauf reagiert – genau wie im Dokumentarfilm, aber mit wissenschaftlichem Hintergrund.

Für die Studie fehlen jedoch 27 Frauen, die sechs Wochen lang zusätzlich zu ihrem normalen Essen Mars, Chips und Schoggibrötchen futtern und Cola trinken wollen. Die Teilnehmerinnen der Studie nehmen dabei rund fünf Kilogramm zu. Dafür gibts 3000 Franken. Und die Forscher liefern die Snacks auf ihre Kosten.

Das ungewöhnliche Inserat schaltete das Unispital CHUV in Lausanne. «Männliche Teilnehmer haben wir ganz einfach gefunden», sagt Wissenschaftler Ismael Turk zum «Le Matin». «Bei den Frauen ist es komplizierter.» Denn diese seien weniger bereit, Gewicht zuzulegen. «Zudem dürfen sie nicht die Pille nehmen.»

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Das Original-Inserat des Unispitals sucht nach gesunden Frauen mit einem BMI zwischen 19 und 25. CHUV

Die 3000 Franken Lohn scheinen nur auf den ersten Blick viel. Doch das relativere sich mit dem Aufwand, sagt Turk. «Die Teilnehmer müssen mehrere Tage in unserem Forschungszentrum verbringen.» Sie müssten gewillt sein, die zusätzlichen Kalorien wirklich jeden Tag zu sich zu nehmen. «Sich sechs Wochen so zu ernähren, braucht doch einiges an Motivation.»

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Untersucht wird in der Studie übrigens die Rolle des Insulins bei Gewichtszunahmen auf genetischer und metabolischer Ebene. Insbesondere soll die Studie Diabetikern helfen.

Normalgewichtige Menschen werden die paar Kilos nach dem Experiment automatisch wieder verlieren, glaubt Turk. «Wem das nicht gelingt, erhält von unserer Ernährungsberaterin Unterstützung.» (ct)

Publiziert am 26.02.2016 | Aktualisiert am 01.04.2016
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3 Kommentare
  • Sonja  Zwicker 27.02.2016
    Der Rolle des Insulins bei Gewichtszunahme liegen bestimmt schon sehr viele reelle Erfahrungswerte zugrunde! Ich kann mir vorstellen, dass sich hier höchstens Frauen melden, die arbeitslos sind, und das Geld brauchen? Und wer bezahlt für ein Kind, wenn bei dieser Studie die Pille abgesetzt werden muss???
    Und da redet man von explodierenden Kosten im Gesundheitswesen. Das ist bestimmt nicht die einzige unsinnige Studie, die ein Vermögen verschlingt!
  • Vanessa  Hunziker 26.02.2016
    Wer will seinem Körper schon freiwillig derart schaden? Angefutterte Fettzellen kriegt man niemehr los, wenn die mal da sind. Was für eine hirnrissige Studie kommt als nächstes?
  • Joseph  Gut 26.02.2016
    Welch absurde Idee einer klinischen Studie. Ich würde sagen,das ist unethisch, schlichtweg. Da es sich hier ja um eine klinische Studie handelt, frage ich mich, wo da die Ethik-Kommission geblieben ist, und warum nicht spätestens diese eine solche unsinnige Studie gestoppt, resp. nicht bewilligt hat.