Ueli Maurer – und das Spiel um Bundesbern

  • Publiziert: 19.11.2008, Aktualisiert: 03.01.2012
play Wartet er nur noch auf Blochers Rückzug? (Reuters)

BERN – Ueli Maurer legt die Karten scheinbar offen auf den Tisch: Er will nicht in den Bundesrat. Ist das wahr oder spielt er ein falsches Spiel?

«Wer wird am 10. Dezember in den Bundesrat gewählt?». – «Christoph Blocher.» Ohne zu zögern hat Ueli Maurer im Interview mit «TeleZüri» die Antwort parat. Eine Antwort, die rundherum Fragen aufwirft. Die Zürcher SVP will Christoph Blocher wieder im Bundesrat sehen. Die übrigen Parteien nicht. Und auch die eigene Partei weiss, dass das Einerticket Christoph Blocher nicht funktioniert.

Ueli Maurer jedoch wäre für viele ein durchaus valabler Kandidat. Doch der will nicht. Wirklich nicht? Oder ist das einfach nur Strategie des schlauen Bauers? Möchte er seinen Lohn dafür abholen, dass er als SVP-Präsident die Partei zum Erfolg geführt hat? Am Montag hat sich der Zürcher SVP-Kantonspräsident für eine Einerkandidatur von Blocher stark gemacht. Gleichzeitig aber offen erklärt: «Wäre Christoph Blocher nicht mehr im Rennen, würde ich mir eine Kandidatur überlegen.»

Die Fans sind zahlreich

Ueli Maurer hat viele Fans. Und das weiss er. Gestern machten sich mit Felix Müri und Ulrich Giezendanner zwei namhafte Supporter für Vizekönig Ueli stark. Und der sechsfache Vater lässt weiterhin kräftig die Werbetrommel für sich rühren.

Für den Luzerner SVP-Nationalrat Felix Müri ist klar: «Wir möchten zurück in die Regierung. Daher müssen wir auch jemanden auf der Liste haben, der wählbar ist», sagte er gegenüber Schweizer Radio DRS.

Müri favorisiert deshalb eine Zweierkandidatur. Dabei steht für ihn der frühere Parteipräsident Ueli Maurer (ZH) im Vordergrund. Maurer sei für ihn, trotz Blochers Nomination durch die Zürcher, nicht aus dem Rennen, sagte er.

Abwarten und ausweichen

Und was sagt Maurer selbst? Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» formuliert es Maurer so: «Ich warte ab, was bis zur Fraktionssitzung passiert. Bis dahin kümmere ich mich um den Aufbau meines neu gegründeten Kommunikationsunternehmens.»

Das Spiel geht weiter. Am 27. November entscheidet die SVP-Bundeshausfraktion, mit wem sie am 10. Dezember antreten will. (spj)

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