
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Dies sind Auszüge aus dem Blog von Ueli Haldimann. Der SF-Chefredaktor sieht im Vorgehen seines Reporters nichts Vorschriftswidriges. Man hätte höchstens SP-Fraktionschefin Ursula Wyss informieren sollen:
«Roland Huber hatte den Auftrag, für die Sendung Reporter einen Film über Toni Brunner in der Bundesrats-Wahlphase zu drehen. Wie üblich bei solchen Porträts wurde Brunner für die Aufnahmen im Bundeshaus mit einem Ansteckmikrofon ausgerüstet. Er trug dieses am Revers seines Vestons, es war prima sichtbar. Die Verkabelung des Protagonisten ist bei einem Dokumentarfilm ist eine absolut gängige Methode.
Toni Brunner hat am Wahltag mit zahlreichen Ratsmitgliedern und Journalisten gesprochen. Die Leute in seinem Umfeld wussten, dass er für das Reporter-Porträt ein Mikrofon hatte. Andere hat er auf das Mikrofon hingewiesen. Er hatte auch die Möglichkeit, das Mikrofon auszuschalten, wovon er mehrmals Gebrauch gemacht hat. Offenbar hat Brunner in einem Fall, bei einem Gespräch mit SP-Fraktionschefin Ursula Wyss, das Mikrofon weder ausgeschaltet, noch hat er sie darauf aufmerksam gemacht, dass er verkabelt ist.
Ursula Wyss vertrat in dem kurzen Gespräch mit Brunner die bekannte Position der SP. In dem Gespräch ist nichts zu erkennen, was für Wyss negativ wäre oder was irgendwie ihre Privat- oder Intimsphäre verletzten würde. Es war auch kein Privatgespräch, weil mindestens sieben weitere Parlamentarier aufmerksam zuhörten.
Es war rückblickend falsch, Ursula Wyss nicht zu kontaktieren. Ich habe heute mit ihr telefoniert und ihr die Gründe, die zu dieser Unterlassung führten, erklärt.
Dass Film- und Tonaufnahmen im Nationalratssaal angeblich verboten seien, war Roland Huber (und auch Toni Brunner) nicht bekannt. Wir sind daran, zu überprüfen, ob wirklich Vorschriften übertreten worden sind.
Es gehört klar zu den Aufgaben der Medien, zu berichten, wie die Volksvertreterinnen und -vertreter ihre Rolle wahrnehmen. Das war ja das Anliegen dieses Films. Er wollte ein bisschen in die Mechanik einer Bundesratswahl hineinleuchten. Das ist Roland Huber ein schönes Stück weit gelungen.»
play
Verteidigt seinen Wanzen-Reporter: SF-Chefredaktor Ueli Haldimann. (SF)