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Da werden sich die Tourismusdirektoren in der Schweiz mächtig die Haare raufen und wütend durch ihre Büros stapfen. Sie, die stets um ein äusserst harmonisches und idyllisches Bild unserer Heimat im Ausland bemüht sind, müssen auf dem Titelblatt des «Independent» (siehe Box) lesen: «Die Schweiz, Europas Herz der Finsternis?»
Im Artikel kommt unser Land, das eigentlich ja für «Frieden und Neutralität» bekannt ist, gar nicht gut weg. Es entstehe dort ein neuer Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nehme zu und die Uno habe bereits deutlich protestiert.
Natürlich geht es um die SVP, ihre Schäfchen-Plakate und Exponenten wie Ulrich Schlüer und Christoph Blocher. Der Autor des Artikels rückt sie in die Nähe der Nazis. Das von ihnen geforderte Gesetz, die gesamte Familie eines minderjährigen Kriminellen auszuschaffen, sei in Europa das letzte Mal von den Nazis unter dem Stichwort «Sippenhaft» gefordert worden. Das ist ein happiger Vergleich.
Der Autor ist weiter erstaunt, dass es sich bei der SVP nicht um eine kleine «Neo-Nazi»-Partei handelt. Sondern um die grösste Partei eines Landes, das in Sachen Demokratie immer als Vorbild galt.
Schliesslich aber muss auch der «Independent»-Autor zugeben, dass die Schweiz mit den gleichen Problemen wie die anderen europäischen Länder kämpft: Wie gehen wir nach dem Ende des Kalten Krieges mit der Globalisierung, neuen Einwandererströmen, dem Aufstieg des Islams und dem Terrorismus um?
Auch bei uns führt dies zu politischen Auseinandersetzungen. Jedoch in einer solch politisch unkorrekten Sprache wie fast nirgends sonst, so das Fazit des Autors. (rem)
play
Nichts von heiler Alpen-Idylle: Heutiger «Independent»-Titel.