Überraschende Umfrage: Junge Schweizer wünschen sich Roboter-Liebe

Fast die Hälfte der Schweizer unter dreissig kann sich vorstellen, Gefühle für eine intelligente Maschine zu entwickeln. Das hat eine Umfrage ergeben.

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?

Top 3

1 Krippen-Ärger im Familien-Entwicklungsland Schweiz «Arbeiten lohnt sich...
2 Lieb und teuer Wie viel kostet ein Kind?
3 Behörden sprechen Machtwort in Affäre von Therwil BL ...

Schweiz

teilen
teilen
21 shares
7 Kommentare
Fehler
Melden

Die Geschichte ist Oscar-prämiert: Im Film «Her» kommt Theodore Twombly (Joaquin Phoenix) aus einer langen Beziehung, frustriert und enttäuscht besorgt er sich «Samantha» (Scarlett Johansson), ein intelligentes Betriebssystem, und verliebt sich in die Maschine. Dafür gabs Anfang Jahr fünf Oscar-Nominationen und für Regisseur Spike Jonze den Preis für das beste Drehbuch.

Liebe zwischen Mensch und Maschine – nur eine Science-Fiction-Story aus Hollywood? Überhaupt nicht. Mehr als ein Drittel der Deutsch- und Westschweizer kann sich vorstellen, Gefühle für einen Roboter zu entwickeln. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Online-Partnervermittlers Parship.

Chat löst Emotionen aus

Deutlicher noch ist das Resultat bei den unter Dreissigjährigen. Hier hält nahezu jeder Zweite eine Beziehung zu einer Maschine für möglich: 47 Prozent der Befragten sagen Ja zur Verbindung von Mensch und Maschine.

Begründung: Sie hätten ja bereits heute eine innige Beziehung zu ihrem Smartphone oder Tablet. «Emotional intelligente Maschinen können schon in naher Zukunft verschiedene Aspekte dessen, was uns in einer Beziehung wichtig ist, abdecken», sagt der Zukunftsforscher Georges T. Roos, der an der Studie mitgearbeitet hat.

Was zunächst absurd klinge, sei heute durchaus schon Realität, so Roos. «So kann etwa ein Chat-Flirt mühelos Gefühle auslösen, obwohl es keine sinnlich wahrnehmbare Reaktion des Gegenübers gibt. Dies ist ein erster Schritt zur Simulation.»

Dass die Zahl bei den Jungen so hoch ist, erstaune ihn, sagt der Forscher. Sie zeige aber, wie unverkrampft das Verhältnis der Generation der Digital Natives zur Technologie bereits sei. 

«Simulation der Emotionen»

Natürlich ist der Weg noch weit, bis tatsächlich ernstzunehmende Liebesbeziehungen zwischen Menschen und Computern aufgebaut werden. «Das grösste Hindernis ist immer noch die Kommunikation: Es wird noch eine Weile dauern, bis ein Gespräch mit der Maschine unterhaltsam, anregend, witzig oder gar herausfordernd sein wird.» Aber lernfähige Computer wie der «IBM Watson» oder sein Vorgänger «Deep Blue» zeigten, in welche Richtung es gehen könnte.

«Es geht um die Simulation der Emotionen», sagt der Zukunftsforscher. Romane oder Games bewiesen, wie Menschen in der Lage seien, in eine imaginäre Welt einzutauchen – auch wenn klar erkennbar sei, dass es sich nicht um die Realität handle.

«Der Mensch hat die Fähigkeit zur Projektion», sagt Roos. «Verliebte projizieren viel in ihren Partner, das der Realität nicht unbedingt entspricht. Das ist auch in der Beziehung zu einer Maschine möglich.» Schliesslich bauten viele Menschen bereits heute emotionale Bindungen zu Dingen auf: Zu Autos, Schuhen oder zum Smartphone etwa.

Auch wenn die verbleibenden technischen und psychologischen Hürden dereinst genommen werden  – als echten Ersatz für menschliche Beziehungen sehe er die Technologie nicht, sagt Roos. «Aber für Menschen, die vorübergehend ohne Partner sind, könnte sie eine Option sein. Eine Variante, eine Spielart. Ich glaube nicht, dass in der Zukunft viele Menschen die Maschine einem echten Partner vorziehen werden.» (eg)

Publiziert am 29.07.2014 | Aktualisiert am 29.07.2014
teilen
teilen
21 shares
7 Kommentare
Fehler
Melden

7 Kommentare
  • Hernandes  Riccardo aus Zürich
    30.07.2014
    Ich habe eine Beziehung zu meinem Hany, zu meinem Tablet, also
    ist auch Roboter ok, also haben wir alle einen Knall ?
  • süleyman  kovanci 30.07.2014
    Kein wunder das sich viele einen roboter als lover wünschen,weil dann kein leistungszwang besteht und die hemmungen fallen weg.
  • Tobias  Hohl , via Facebook 30.07.2014
    Neu ist das nicht. Schon lange ist die Rede von der Liebe der Männer zu ihrem Auto.
  • Andreas  Eberli 29.07.2014
    Der Grund ist schlicht und einfach, dass die meisten Menschen heutzutags von ihren Freunden, Kollegen und Partnern nur noch verarscht und betrogen werden. Deswegen ist es ein leichtes Ersatz in einer Maschine zu finden. Die ist immerhin ehrlich und geht nicht fremd. Jedenfalls noch nicht....
    • Thomas  Wassmer , via Facebook 30.07.2014
      Harte, wenn auch wahre Worte. Und doch beschreiben sie nur eine Seite der Münze. Wer lernt, wie unbezahlbar Vertrauen ist, der wird auch seine Freunde nicht hintergehen.
    • Bob  Rousseau 30.07.2014
      Sollte jemals, einen Computer fähig sein zu lieben, wird es auch fähig sein zu Betrügen ob er/sie/es dann auch tut ist eine andere Geschichte aber die 2 Fähigkeiten gehören zusammen.
  • Thomas  Stäubli , via Facebook 29.07.2014
    Es braucht gar keine intelligente Maschine - für manche ist bereits ein "smartes" Mobiltelefon der wichtigste Bezug.