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Bilder weg, Polizei da. Im Bild das Museum der Stiftung E.G. Bührle, aus dem am Sonntag vier Gemälde verschwanden. (Keystone)
«Bei uns sind rund 9000 Kunstgegenstände aus der Schweiz oder von Schweizer Besitzern als gestohlen gemeldet», sagt Julian Radcliffe, Leiter des «Art Loss Register» in London.
Gemälde, Skulpturen, Antiquitäten. Viel mehr wurden geklaut, als bisher bekannt. Der Bührle-Raub ist nur die Spitze des Eisbergs. Denn nicht alle Besitzer melden den Diebstahl der Polizei. Sie versuchen, selber mit den Kunstdieben zu verhandeln. Oft vergeblich. So umfasst Radcliffes Datenbank nur die Kunstgegenstände, die bis heute verschwunden blieben.
Insgesamt sind im Register des privaten Kunstfahnders 180000 Einträge aufgelistet. Der erste aus der Schweiz geht 30 Jahre zurück. Der letzte betrifft die Bührle-Bilder.
180 Millionen sind die vier Gemälde wert, die am Sonntag aus dem Bührle-Museum geraubt wurden.
Noch gibts keine Spur. Auch nicht von den drei bewaffneten Räubern. Die Polizei hält sich bedeckt. «Wir haben Hinweise aus der Bevölkerung, können aus ermittlungstaktischen Gründen aber keine Details preisgeben», sagt Stapo-Sprecher Marco Cortesi.
Obwohl so viel gestohlen wird, haben die Museen lange auf ausgefeilte Sicherheitskonzepte verzichtet. Auch das Bührle-Museum war fahrlässig.
Kunstexperte Stefan Koldehoff erzählt: «Als ich das Museum besuchte, stand die Terrassentür weit offen. Da hätte man wunderbar mit den Bildern verschwinden können.» Und: Offenbar fehlten auch Überwachungs-Kameras.
Erst jetzt, nach dem spektakulären Überfall in Zürich, reagieren die Museen. «Kunden wollen jetzt ihr Sicherheitskonzept überprüfen», sagt Securitas-Chef Beat Glutz. Auch Neu-Kunden hätten sich gemeldet.
Doch es gibt nicht nur Sicherheitsmängel. Teure Bilder sind zum Teil nicht mal versichert. Aus Kostengründen. «Rund ein Drittel der europäischen Galerien sind nicht versichert», sagt Peter Frei vom Kunstversicherer AON.
Unklar ist, ob die Bührle-Bilder dazugehören. Polizeisprecher Cortesi: «Wir wollen den Tätern nicht zu
viele Informationen geben.»
Die Grenzwache hat ihre Kontrollen verschärft. Aber vielleicht sind die Bührle-Bilder noch in der Schweiz. Julian Radcliffe: «Es gibt nirgendwo so viele gestohlene Bilder wie in den Safes der Schweizer Banken.»
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Aus diesem Museum wurden die vier Bilder gestohlen. (Buehrle.ch)