Eveline Widmer-Schlumpf attackiert die UBS-Boni und ärgert sich über die Rechtfertigungen – auch innerhalb des Bundesrates.
Ich habe Mühe, das zu verstehen», sagt Widmer-Schlumpf am Rande der Gründung einer BDP-Sektion im Emmental. Gemeint ist der behördliche Segen der Finanzmarktaufsicht (Finmag) zu den zwei Milliarden UBS-Boni.Sie habe nur Verständnis für jenen Teil der Boni, die ein vertraglich gesicherter Lohnbestandteil sind: «Für alles andere nicht», sagt sie zu BLICK unmissverständlich. Damit greift die Justizministerin ziemlich direkt Eugen Haltiner an, den Chef des neuen Finanzaufsicht-Systems. Sie habe Verständnis für die Wut in der
Bevölkerung, sagt Widmer-Schlumpf und verspricht, die Boni im
Bundesrat «zur
Sprache zu bringen».Was prompt geschieht. Offensichtlich hat Widmer-Schlumpf den in Sachen UBS-Boni etwas weniger kritischen Hans-Rudolf Merz unter Zugzwang gebracht. An der Mittwochsitzung des Bundesrates orientiert Merz gemäss BLICK-Informationen jedenfalls auffallend umfassend über den Bericht der Finanzaufsicht: Von den 2 Milliarden Franken Boni sind 1,3 Milliarden vertraglich zugesichert. Im Jahre 2007 betrug die Summe der Boni noch 10 Milliarden.Die Auskünfte beschwichtigen Widmer-Schlumpf aber nicht. Sie stellte sich schliesslich schon im Spätherbst als Stellvertreterin des erkrankten Finanzministers gegen weitere Bonus-Zahlungen: «In einem Moment, wo man so viel
Geld in den Sand setzt», gehe das nicht.