Trotz riesiger Nachfrage am 1. August Bauern haben den Brunch satt

Der 1.-August-Brunch ist beliebter denn je – doch vielen Bauern ist der Aufwand dafür zu gross.

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Der 1.-August-Brunch auf unserem Hof ist leider bereits ausgebucht», heisst es auf der Webseite der Bauernfamilie Barth in Altnau TG.

Auch auf dem Eigenmannshof in Berg SG, beim Bauern Fritz Neuenschwander in Rickenbach LU oder auf dem Hof Tschan in Faulensee BE sind bereits alle Plätze für den «Buurezmorge» vergeben.

Über 150 000 Gäste werden kommenden Freitag schweizweit erwartet. An der 22. Auflage des Traditionsanlasses werden dieses Jahr auch Bundes­rätin Eveline Widmer-Schlumpf sowie die Bundesräte Johann Schneider-Ammann und Didier Burkhalter teilnehmen.

Tatsache ist: Die Nachfrage der Gäste übersteigt bei weitem das Angebot. Dies belegen Zahlen, die BLICK vom Schweizer Bauernverband erhalten hat.

Mehr Gäste, weniger Brunch-Anlässe

Machten vor 20 Jahren noch 535 Höfe mit, sind es in diesem Jahr nur noch 350 Betriebe – ein Rückgang um 35 Prozent. Gleichzeitig verdreifachte sich die Zahl der Brunchgäste in den letzten 20 Jahren.

Beschleunigt hat sich der Rückgang vor allem in den letzten zehn Jahren. «Die Zahl der Brunchbetriebe ist tatsächlich seit einigen Jahren rückläufig», bestätigt Sandra Helfenstein, Sprecherin des Bauernverbands.

«Dabei werden viele Betriebe bei schönem Wetter überrannt.» Helfenstein spricht von einem Drittel mehr Gästen als eigentlich angemeldet sind.

Laut der Sprecherin sind immer mehr Betriebe «Brunch-müde». Manche wollten sich mal eine Pause gönnen, andere wiederum fänden, sie hätten genug gemacht, so Helfenstein. «Nicht alle kantonalen Bauernverbände knien sich auch wirklich rein und suchen neue Betriebe», kritisiert sie.

Namen will sie keine nennen. Dünn ist die Zahl der teilnehmenden Betriebe ironischerweise im Bauernkanton Thurgau – nur gerade fünf Höfe offerieren dort einen Brunch.

Klar: Der Anlass fällt in die arbeitsreiche Zeit auf dem Bauernhof. Zudem nimmt der wirtschaftliche Druck auf die Betriebe zu. «Mit einem Brunch lässt sich nicht wirklich Geld verdienen», sagt Helfenstein.

Der Bauernverband schätzt, dass der durchschnittliche Gewinn pro Hof zwischen 1000 und 2500 Franken beträgt.

Zmorge ja, aber in kleinerem Rahmen

Dennoch ist die Bauernvertreterin davon überzeugt, dass der «Buurezmorge» überleben wird. Das wohl aber in kleinerem Rahmen. Denn ein Problem ist laut Helfenstein die Grösse, welche die Anlässe zum Teil angenommen hätten.

Daher plant der Verband für 2015 zusammen mit dem Landfrauen- und Bäuerinnen­verband ein Pilotprojekt für so­genannte «Tavolata-Brunchs».

Bei diesen soll ein Bauern­betrieb nur eine Anzahl von 10 bis 20 Personen bewirten, anstatt 100 bis 1000 wie bisher. «Wir hoffen, damit wieder zusätzliche Betriebe gewinnen zu können», sagt Helfenstein.

Publiziert am 28.07.2014 | Aktualisiert am 28.07.2014
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46 Kommentare
  • Bernd  Lehnherr aus Torrevieja
    28.07.2014
    Hoert doch endlich auf zu meckern,seid alle froh und gluecklich,das ihr alle reichlich zu essen habt und das von einer gesunden Tierhaltung und Landwirtschaft.Da gibt und gab es anderes worueber man sprechen koennte.
  • Heinz  Knauser aus Bern
    28.07.2014
    Wir waren dreimal an einem Bauern Brunch, wir Ären mehr als zufrieden.
    Leider hätte es so einige Schmarotzer Familien dabei, die dachten da kann man sich voll schlagen und noch die Taschen füllen zum selben Preis.
    Da wurden ganze Zöpfe, Speck, Schinken eingepackt und einiges mehr.
    Selbst die Kirschflasche war auf einmal weg.
    Da begreiffe ich einige Bauern das Sich Ihre Begeisterung in Grenzen hält.
    Ich jedenfalls würde diesen Aufwand nicht betreiben, dass man als Dank noch beklaut




  • Heinz  HAGER aus Aarwangen
    28.07.2014
    Aber hallo,nur mikrige Fr.1000.00 bis Fr.2500.00.Wo sind wir denn,dass wir uns für diese lächerlich kleine Gewinnsumme ins Zeug legen? Da sieht man wieder,dass die Bauern zwar jammern aber mit weitaus grösseren Gewinnen rechnen.
  • OA  Schweiz 28.07.2014
    Es ist lustig und beschämend wie viele nicht Bauern hier Ihre Kommentare nieder schreiben, schämt Euch bis ins tiefste!!!
    • Heidi  Engel , via Facebook 28.07.2014
      Genau da gebe ich ihnen recht Herrn Oppliger, alle sollten sich schämen bis tief hinein!!
      Frage: was würden diese Besserwisser von Nichtbauern machen,
      wenn alle Grenzen zum Beispiel wegen Krieg zur Schweiz zu wären?
      Sie wären doch die ersten die nach Bauern und Nahrung schreien würden oder bin ich da falsch?
  • Myrta  Tischhauser aus Gattikon
    28.07.2014
    Anscheinend geht es unseren Bauern zu gut, sie haben es nicht mehr nötig.Bin mir sicher, irgendwann, kommt wieder eine andere Zeit auf uns zu, wo man froh wäre, dass man Einnahmen hätte.